FESTINA LENTE 

Sur le Pont d’Avignon L'on y danse, l'on y danse Sur le Pont d’Avignon L'on y danse tous en rond   
REISEBLOG
NIEDRIGWASSER
DONAU
SCHWARZES MEER
ÄGÄIS
IONISCHES MEER
HEIMATURLAUB
TIPS UND TRICKS
DAS SCHIFF
INVENTAR
TECHN. ANLEITUNGEN
FÜR GÄSTE
VIDEOS
LINKS
IMPRESSUM
STARTSEITE



Reiseblog: Gefangen wegen Niedrigwasser

26.12.18

Von ganz Unten in einem Rutsch bis ganz Oben, der Donaupegel macht wilde Bocksprünge. Vergleicht man den Schiffahrtsweg mit der Straße, dann hatten wir derartige Verhältnisse hier vielleicht in der Vorrömerzeit: Naturabhängige Verkehrswege, ohne direkten menschlichen Eingriff. Die Leute, die das zu verantworten haben, sollten Ihren Lebensstandart mal auf diese Zeiten ausrichten!


23.12.18
Fast schon Kunst: die Routen der ARC-Teilnehmer über den Atlantik

Die ARC '18 (das betreute Segeln) ist gelaufen. Das Wetter, insbesondere der Passat, wird als ideal beschrieben. Gewonnen hat den Wettbewerb (nach berechneter Zeit) ein Oldtimer: Die über 80 Jahre alte "Peter von Seestermühe". Schnellste Reise: 11 Tage, 4 Stunden, 7 Minuten und 49 Sekunden. Die Festina Lente ist nicht ganz so alt, aber es gibt genauso sowohl Spinaker als auch Besanstagsegel. Trotzdem werde ich mich da nicht anmelden.

Inzwischen ist das Wetter im Atlantik für die Passage nicht mehr so gut, der Passat nicht mehr so gleichmäßig. Man muß weiter nach Süden ausholen, evtl. bis zu den Kapverden, um den Kalmen auszuweichen.
Die Konsequenz: Eher früher abfahren, da ist das Wetter besser!


weiter
17.12.18

Um zu sehen, daß es mir eigentlich noch ziemlich gut geht, habe ich mir dieses zu Gemüte geführt. Ich hätte gerne gewußt, welche Art Heizung die installiert hatten!

weiter
16.12.18

Das war ein kurzes Zwischenspiel. Der WSV pflegt einen unerschütterlichen Optimismus, die Realität unterschreitet die Prognose beträchtlich. Die Motorschiffe, die hier vor der Hafeneinfahrt vorbeiziehen, sind eher noch weniger beladen als im vergangenen Sommer. Ein großer Teil des Niederschlags, der in den nächsten 10 Wochen hoffentlich noch kommt, wird als Schnee fallen und erstmal liegenbleiben. Dann könnte zur Schneeschmelze der Pegel reichen?
Meine Gedanken gehen schon zur anderen Richtung, und ich habe mir mal die Pegel am Rhein von Mainz bis Koblenz angesehen.

weiter
15.12.18

Um der hiesigen Kälte wenigstens in Gedanken zu entfliehen, habe ich mir mal das aktuelle Wetter an dem Ort angesehen, wo ich in einem Jahr sein möchte: Bei den Kanarischen Inseln. Da scheint momentan das ideale Wetter für eine Atlantiküberquerung zu herrschen. Temperaturen durchwegs über 20°C, die gefürchteten Flauten weit westlich, und der schöne, gleichmäßige Passat greift schon auf halbem Weg zu den Kapverden. Dieser Wind erscheint mit dem Überschreiten der Temperaturgrenze von 23°C, da schmilzt noch keine Butter, sie wird allenfalls etwas weich. Es herrscht eine lange, gleichmäßige Dünung mit 1,5 - 2m Höhe und einer Periode von 15sec, das alles bei angenehmen 4 - 5 Windstärken, da macht Segeln wirklich Spaß!

weiter
12.12.18

Die routinemäßige Schleusensperrung am Main Donau Kanal findet vom von Montag, den 25. März 2019, 06:00 Uhr, bis Samstag, den 13. April 2019, 12:00 Uhr statt. Damit liegt mein spätester Starttermin fest: Von Nürnberg bis Kehlheim brauche ich maximal 3 Tage, wenn ich mich sehr beeile, geht es auch in 2 Tagen, ich muß daher spätestens am 22. März los. Tatsächlich plane ich, das vom Wasserstand und der Eislage abhängig zu machen. Der früheste Termin wird Ende Februar sein. Für den Fall, daß es da noch Treibeis oder Niedrigwasser geben sollte, kann ich den Termin noch um 20 Tage hinausschieben.

weiter
11.12.18

Das Auf und Ab des Donaupegels setzt sich auf höherem Niveau mit großen Ausschlägen fort. Das untere Extrem liegt nun deutlich über dem für mich kritischen Pegel. Das ist jedoch keine Garantie, daß das bis März so bleiben wird.

weiter
10.12.18

Weil ich hier einen W-Lan Zugang ins Internet habe (leider unendlich langsam), habe ich nun Gelegenheit und Muße, mich wieder mit der Vorbereitung der weiteren Fahrt zu beschäftigen. Meine Einschätzung des härteren Winters am Unterlauf der Donau scheint doch nicht ganz richtig zu sein.
Von der gesamten schiffbaren Donaustrecke ist es aktuell hier am kältesten, im rumänischen Teil der Donau ist es gut 5°C wärmer. Dieser Abstand scheint sich auch zum Kälteeinbruch, der gegen Ende der Woche zu Erwarten ist, zu erhalten. Temperaturen unter 0 gibt es nur im russischen Teil des Schwarzen Meeres, genauso wie hier bei uns. Die eisigen Winter in Siebenbürgen sind wohl doch nicht so real?
Bei einem Blick auf den westlichen Teil der Karte zeigt sich, daß die Route über Rhein/Rhone zumindest den Temperaturen nach besser gewesen wäre.
Ich mußte leider feststellen, daß das Wlan hier keine FTP-Verbindungen zuläßt, das ist offenbar absichtlich in der Fritzbox deaktiviert. Das Internet ist hier daher "amputiert" oder "entmannt", ich kann daher diese Internetseite von hier aus nicht pflegen. Da ist das vollmundig angekündigte Wlan nicht viel wert!

weiter
7.12.18

Es gibt Probleme mit der Heizung. Das zeichnet sich zwar schon länger ab, jedoch erst die sinkenden Temperaturen machen das wirklich deutlich. Nachdem ich vorhabe, bei meinem Trip die hohen Breiten zumindest im Sommer nicht auszusparen, ist eine gute Heizung im Schiff unabdingbar. Man muß damit rechnen, daß man in der Arktis im Sommer Temperaturen antrifft, die mit unseren milden Wintern vergleichbar sind. Insofern ist die Überwinterung hier ein willkommener Probelauf. Im aktuellen Zustand bringt die Heizung bei der Innentemperatur gerade mal 15°C Differenz zur Außentemperatur zustande. Das reicht zwar, um Frostfreiheit herzustellen, gemütlich ist das aber nicht. Das Hauptproblem ist, daß die installierte Wasserheizung von vorneherein mangelhaft eingebaut wurde: Es fehlen an den kritischen Punkten die unbedingt erforderlichen Entlüftungsventile. Die Wärme wird zwar erzeugt, kommt aber nicht ins Schiff, die Heizkörper bleiben teilweise oder ganz kalt. Um dem abzuhelfen, muß ich alle paar Stunden jeden Heizkörper entlüften. Selbst wenn mal alles funktioniert, saugt die Anlage irgendwo wieder neue Luft, die dann Leitungen und Heizkörper blockiert.

weiter
6.12.18

Bis jetzt scheint sich die Entscheidung,die Reise über die Donau erstmal abzubrechen, als richtig zu zeigen. Es gab zwar zum vergangenen Wochenende 2 Regentage mit ergiebigem Niederschlag, der Effekt auf den Donaupegel hielt sich in eher engen Grenzen.Dauerregen in Aussicht?

weiter
29.11.18

Ein sehr freundlichern Herr vom WSA-Nbg, und ein ebenso liebenswerter Herr von der Waschpo Nbg, mit denen ich schon länger in Kontakt stehe, haben für mich beim 1.Motoryachtclub Nürnberg den Boden bereitet, und mir so zu einem Winterhafen in Gebersdorf verholfen. Es ist zwar nicht ganz billig, aber ich habe hier Strom und Toiletten und einen einigermaßen ruhigen Liegeplatz. Neben mir liegt ein Leidensgenosse, der auch seine Donaufahrt abbrechen mußte. Auch hat sich durch den Druck der Umstände das Verhältnis zu dem hiesigen Hafenmeister deutlich gebessert, und er mäkelt auch nicht mehr an meiner Art, das Schiff festzumachen, herum.
Ein Herr vom hiesigen Vereinsvorstand hat angeboten, mir eine Broschüre über Yachtgebräuche zukommen zu lassen. Ich wußte sofort warum, und habe Ihm zugesagt, auch ohne diese Mahnung meinen Adenauer einzuholen. War nicht ganz so einfach, genauso wie das Setzen, denn es steht kein Mast. Nun hat das Schiff einen Farbtupfer weniger.

weiter
9.11.18

Weil ich in Bachhausen gegen die Fahrtrichtung liege, muß ich im Unterwasser der Schleuse einen U-Turn machen. Das Manöver fange ich erst an, als mir der Schleusenwärter die Freigabe ankündigt. Ich bin mir sicher, dafür nur ein paar Sekunden zu brauchen, und dem Talfahrer, der gerade seinen Bug aus der Schleuse streckt, nicht im Wege zu sein. Der ist trotzdem irritiert und leitet ein Ausweichweichmanöver ein. Tut mir leid! Er bricht das Manöver aber gleich wieder ab, als er sieht, daß ich ihm nicht ins Gehege komme. Das nächste Mal werde ich erst umdrehen, wenn der Talfahrer vorbei ist!
Die restliche Fahrt bis Eibach verläuft planmäßig und reibungsfrei. Der Schleusenwärter in Eibach kommentiert meine Ankündigung, länger zu bleiben, nicht. Es ist wie "nach Hause kommen".

weiter
8.11.18

Es gibt zwischen Bachhausen und Eibach für mich keine sinnvoll nutzbare Anlegestelle, deshalb bin ich gezwungen, die Strecke auf einen Sitz durchzufahren. Daher fahre ich heute nur die kurze Strecke bis Bachhausen. Der Schleusenwärter ist freundlich wie immer. Die Nacht ist ruhig und einsam, kein Spaziergänger kommt vorbei, nur die Schafe weiden auf der gegenüberliegenden Kanalböschung, würdigen mich aber keines Blickes.

weiter
7.11.18

Weil ich das auch als Probelauf für die Flucht vor dem Eis sehe, stehe ich früh auf, daß ich losfahren kann, sobald das Licht das erlaubt. Leider werde ich diesmal nicht so reibungslos bei den Schleusen durchgewunken, es entstehen Wartezeiten. Bei der kurzen Tageslänge schaffe ich es nicht bis zur anvisierten Schleuse Bachhausen, Am Stadtkai von Berching ist es schon so dunkel, daß ich die restlichen 5km bis Bachhausen nicht mehr unternehmen will, und mache zur Übernachtung fest. Beim obligatorischen Abendspaziergang sehe ich, daß die Kommune einen Parkplatz geradezu luxuriös zum Wohnmobilstellplatz aufgerüstet hat, indem Sie Stromversorgungssäulen aufgestellt hat, an denen auch richtig 2 offensichtlich besetzte Wohnmobile hängen. Warum gibt es sowas am Kai für die Bootsfahrer nicht? Es ist zu vermuten, daß es da Gemauschel (ich will hier das böse K-Wort nicht hinschreiben) mit den Betreibern des Sportboothafens gibt. Tatsache ist jedoch, daß der Hafen wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit geschlossen ist, und nach der tel. Auskunft wg. Tiefgang für mich sowieso nicht nutzbar ist.

weiter
6.11.18

Der Liegeplatz im Unterwasser der Schleuse Kelheim ist absolut ruhig, kein Wellenschlag, wäre eigentlich als Winterhafen geeignet, aber der WSA ist zögerlich. Man ist nur im Schleusenbereich gefangen, und mir gehen langsam die Lebensmittel aus, der nächste Laden ist weit weg, und mein Fahrrad bringe ich hier sowieso nicht raus. Morgen gehts weiter zurück.

weiter
5.11.18

Nach einem kurzen Ausflug zur Marina Saal am anderen Ende von Kelheim habe ich mich entschlossen, diesen Versuch der Donaubefahrung abzubrechen. Ich habe in der Marina von ein paar Leuten Infos zum üblichen Winterwetter an der unteren Donau bekommen, habe den Pegel Pfelling befragt, einen Wetterbericht eingeholt, und erkannt, daß die Donau in diesem Jahr nicht mehr ausreichend Wasser haben wird, und daß weiteres Zuwarten nicht sinnvoll ist. Also gleich wieder umgedreht, zurück an die Schleuse Kehlheim. Nach dem Ende der Winterperiode, also vielleicht im März, kann ein neuer Versuch starten. Einstweilen gehe ich per Telefon auf die Suche nach einem Winterhafen, bis jetzt nur Absagen.

weiter
4.11.18
km137 -
km166

Wieder bin ich aus Dietfurt zeitig und ohne Publikum abgefahren. In Riedenburg habe ich erstmal am Stadtkai festgemacht, aber weil es noch früh am Tag war und die Verbotsschilder allzu abschreckend sind, bin ich wieder los und weiter gefahren. Die nächste und letzte Station auf dem Kanal ist Kelheim. Mit Erlaubnis desw Schleusenwärters darf ich im Unterwasser der Schleuse festmachen und übernachten, direkt unter der Befreiungshalle!

weiter
3.11.18

Gestern spät nachmittags bin ich in Dietfurt gelandet. Mangels Alternative habe ich Anleger der Personenschiffahrt festgemacht. Dem Fahrplanaushang nach enden die regelmäßigen Fahrten am 7.Oktober, da kann man schon damit rechnen, daß da niemand mehr kommt. Einkaufen war kein Problem, Supermarkt und Tankstelle in Fahrradreichweite. So ein Anleger ist zum Übernachten eher ungeeignet, weil die beiden Poller nur etwa 2m auseinanderliegen, eine sehr geringe Basisbreite. Weil die großen Motorschiffe dort mit Höchstgeschwindigkeit vorbeirauschen, werden die Festmacher extrem belastet, knacken und knirschen, daß man Angst bekommt, ob sie halten oder brechen.

weiter
2.11.18
km121-
km137

Ich habe mich morgens früh beim ersten Licht losgemacht. Normalerweise ist so eine Abfahrt genauso wie die Ankunft ein Spektakel, das Zuschauer anzieht. Bei diesem kalten und trüben Morgen ist jedoch niemand da. So bin ich ohne Publikum abgefahren. An der Schleuse Berching hat man mich eine knappe Stunde warten lassen. Langsam kommt meine Sicherheit wieder, und ich schaffe das Anlegen im ersten Anlauf, wenn auch noch langsam. Bis ich das wieder kann, Einlaufen mit Topspeed und zentimetergenau vor dem Poller aufstoppen, muß ich noch etwas üben!

Die nächste Station ist das Museum in Gösseltalmühle. Das ist allenthalben großartig angekündigt, deshalb will ich das nicht versäumen. Es hapert schon mit der Anlegemöglichkeit: Nur ein Liegeplatz und der für kleine Boote eher ungeeignet, für die Revierzentrale des WSV ein Armutszeugnis. Die als tolle Restaurierung agekündigte alte Mühle war absolut enttäuschend: Ein "kernsaniertes" Gebäude, dem man die alte Mühle nicht angesehen hätte, wenn es nicht außen angeschrieben wäre. Innen ein auf magere Schlagworte reduziertes Informationszentrum, viel Aufwand für wenig Info! Da war das privat organisierte Museum für den alten LDM-Kanal in Burgthann 3 Nummern besser: Viel Info in einem wirklich gut restauriertem alten Gebäude.
Da ist sie wieder, die knochendürre Phantasielosigkeit der amtlichen Verwaltung, gepaart mit einer gnadenlosen Effektivität. Trotzdem haben sie für mich ein paar Äpfel einer guten Sorte auf der Wiese vor dem Museum liegenlassen. Ja und die Steinsammlung hält auch nicht das, was ich mir davon versprochen habe. Gemeinsam ist den Brocken nur, daß sie groß und schwer sind, ein Beispiel für den Schiffstransport. Bis auf wenige Ausnahmen haben sie keinen Bezug zum Ursprungsort, einer ist sogar offensichtlich Ausschuß aus dem Steinbruch, da hat man sehr gespart! Ziemlich enttäuscht fahre ich gleich weiter.

weiter
1.11.18
km116 -
km121

Heute lasse ich es langsam angehen, zumal der Pegel Pfelling schon wieder unter die kritische Marke von 2,9m gefallen ist. Als Erstes habe ich die neue Brennerdüse in die Heizung eingebaut. Damit die Arbeit angenehmer und die Finger nicht so klamm sind, habe ich erstmal den Motor im Leerlauf warmlaufen lassen. Damit ist die Temperatur in der Backskiste geradezu angenehm. Schon beim ersten Problauf ist erkennbar, daß der Ruß weg ist. Als ich ein weißes Papier in den Abgasstrom halte, wird es sofort braun, so hoch ist die Abgastemperatur. Daraufhin habe ich die Luftklappe etwas zugedreht, nach Pi * Daumen. Ein CO-Meßgerät, wie es Webasto hierfür empfiehlt, habe ich leider nicht.

Nach meinen Unterlagen ist die nächste Liegemöglichkeit der Stadtkai von Berching. Nach nur 5 km bin ich da. Der Stadtkai ist in seiner architektonischen Gestaltung beeindruckend, das Geländer ist extrem massiv ausgeführt, aber nicht ein einziger Poller zum Festmachen! Da hat jemand eine an sich gute Idee nicht zuende gedacht! Wenn man hier Station macht, sind Versorgungsmöglichkeiten wie Tankstelle und Lebensmittelladen erfreulich nahe. Leider ist heute Feiertag, alles geschlossen.

weiter
31.10.18
km116

Heute lege ich einen Ruhetag ein, einerseits ist die Liegestelle wirklich schön und vor allem ruhig, andererseits muß ich meine Kleidung, insbesondere die Handschuhe trocknen. Ein schöner, sonniger, wenn auch etwas kühler Herbsttag. Man hat mir ein Paket u.A, mit einer neuen Brennerdüse geliefert. Das muß ich noch einbauen, damit die Heizung weniger rußt.

weiter
30.10.18
km 72 -
km 116

Nachdem der Startschuß gefallen ist, bin ich kurz vor 8:00 losgezogen. Vor der Schleuse Eibach gab es eine unwesentliche Wartezeit. Irgendwie war ich nicht wirklich in Form, ich brauchte 2 Anläufe bis ich glücklich am Schwimmpoller fest war.

Statt mit Telefon wickle ich die Kommunikation mit der Schleuse über Funk ab, viel bequemer! Die weitere Strecke bis Eckersmühlen kenne ich vom Radfahren und Laufen, ich habe sie viele Male abgeradelt. Die Schleusenwärter eskortieren mich entlang, kaum rufe ich die Schleuse an, wird das grüne Licht eingeschaltet, und ich darf sofort einfahren, und bin einsam und allein in der Schleuse. Das Tor schließt sich, und das Jammern und Kreischen der Schwimmpoller füllt die Schleusenkammer, daß einem Angst und Bange werden könnte.

Weit oben sieht man ein Stückchen Himmel, der Festmacher knackt und knirscht, so sehr wird alles durcheinander gewirbelt. Je höher man kommt, desto mehr entspannt sich alles, man hört wieder Geräusche von außen, schließlich kommt man oben an, und alles ist gut. Das Grüne Licht geht an, und weiter geht die Fahrt durch Regen und Kälte. Vor allem, weil das Wetter so gräßlich ist, strömender Regen bei vielleicht 5°C, suche ich nach einer Anlegestelle. Bis Eckersmühlen weiß ich, daß es hoffnungslos ist, Liegestellen nur mit Dalben, für ein kleines Boot unbrauchbar. Hinter Eckersmühlen wird es nicht besser, keine Möglichkeit, das Schiff anzubinden. So fahre ich immer weiter, werde immer kälter und nässer, es schneit wenigstens noch nicht, obgleich der Wetterbericht das nicht ausgeschlossen hat. Die Ignoranz der Kanalverwaltung gegenüber den Interessen der Sportbootfahrern ist schon krass:

Vom Wasserscheidendenkmal, das die Kanalverwaltung nicht nur erbaut, sondern auch mit Fahnen ausgestattet hat, hätte ich gern mal links (Nordsee) und mal nach rechts (Schwarzes Meer) gepinkelt, um der Bedeutung dieses Ortes Rechnung zu tragen, aber keine Möglichkeit anzuhalten und das Denkmal zu würdigen. Es kommt noch schlimmer: entlang des Kanals gibt es etliche Gemeinden, die ihre touristischen Vorzüge mit großen, neuen Reklametafeln anpreisen, die eindeutig nur an Sportbootfahrer gerichtet sind, aber beim besten Willen keine Möglichkeit bieten, so ein Angebot wahrzunehmen! Dabei hat besonders in der Gegend der Scheitelhaltung der Kanal mehrere Ausbuchtungen, möglicherweise Reste des alten LDM-Kanals, die man wunderbar zu Anlegestellen oder Sportboothäfen ausbauen könnte. Nichts da! Da kann man nur weiterfahren.

Der Schleusenwärter der Schleuse Bachhausen hat mir prompt die erste und gleichzeitig sehr gute Anlegemöglichkeit für Sportboote zugewiesen: Im Unterwasser der Schleuse ist eine extra für Sportboote ausgewiesenene Liegestelle eingerichtet, etwa genauso wie an der Schleuse Eibach. Ich habe so 43 Kanalkilometer absolviert, als ich festgemacht habe, dämmerte es schon, das war knapp!

weiter
29.10.18
km 72

Jetzt endlich scheint das Donauwasser für die Festina Lente zu reichen. Der Wetterbericht verheißt weiteren Regen: Los gehts. Weil ich mich entschlossen habe, den Roller mitzunehmen, muß der auch noch an Bord. Aus dem vorhandenen Konstruktionsholz habe ich einen Kran zusammengebastelt, und damit den Roller an Bord gehoben. Das war nicht das schwerste Stück, den Generator habe ich auf ähnliche Weise schonmal aus dem Schiff und wieder hinein gehoben. Damit das funktioniert, muß ich eine Kaimauer in der richtigen Höhe haben, das ist nicht in jedem Hafen der Fall!

weiter

Inzwischen tauchen die ersten neuen Defekte auf. Anläßlich einer Probefahrt hat sich gezeigt, daß der Motorabsteller nicht mehr funktioniert. (Das ist der Sinn und Zweck von Probefahrten)
Beim OM615 bzw /8-Mercedes wird das beim KFZ mit einem Seilzug gemacht: An der Einspritzpumpe wird der Gashebel gegen eine Feder unter die Leerlaufstellung gezogen: der Motor geht aus. Ich habe selbstverständlich auch überlegt, das genauso zu machen, den zugehörigen Mechanismus gab es aber nicht in rostfreier Ausführung. Also habe ich es bei der vorgefundenen Variante belassen: Ein starker Elektromagnet, ursprünglich ein Startermagnet aus einem KFZ, bewirkt das Abstellen.
Ich erinnere mich, daß der gleiche Defekt auch bei der Herfahrt aus Spanien aufgetreten ist, kein Problem, die Maschine zu stoppen. Man zieht einfach den Gashebel mit der Hand herunter. Dazu muß man allerdings in die Kabine runtersteigen und an den Motorraum heran, vom Cockpit aus geht das nicht.
Das ist auf Dauer kein akzeptabler Zustand, denn z.B. in der Schleuse muß man den Motor abstellen, um nicht die Schleusenkammer mit Abgasen vollzunebeln. Ist man einhand Unterwegs, kann man da nicht eben mal runtersteigen!
Also bin ich der Sache auf den Grund gegangen. Als Erstes machte sich Enttäuschung über die neuen, schönen, rostfreien, wasserdichten chinesischen Druckschalter breit, denn ich habe da etliche verbaut. Ich habe nochmal das Datenblatt der Schalter im Netz aufgesucht: 5A sollten sie können. Grob geschätzt sollte das dicke reichen, denn so ein Startermagnet wird üblicherweise von eine simplen Zündschloß-schalter im KFZ geschaltet, der kann auch nicht mehr Strom.

Sicherheitshalber habe ich das mit meinem schönen, äußerst nützlichen, chinesischen Zangenamperemeter nachgemessen : 20A zieht der Magnet! Das ist die Erklärung, nicht nur für den aktuellen, sondern auch für den vorherigen Defekt! Es zeigt sich immer wieder, quer durch alle Branchen, wenn man etwas messen kann, soll man das auch tun, und sich nicht mit einer Schätzung zufriedengeben!
Da muß ein Hochstromrelais dazwischen geschaltet werden. Es gibt viel zu tun!

weiter

Oh je, der Pegel fällt tiefer denn je, rekordverdächtig! Warum muß das ausgerechnet dann passieren, wenn ich da durchfahren will? Ich muß mir schwer überlegen, ob die Grünen wirklich wählbar sind, denn die haben dieses Ei gelegt.


weiter

An meinem neuen Schaltpanel in der Navigation habe ich ein Amperemeter vorgesehen, das den gesamten in die Hauptbatterie hinein und herausfließenden Strom anzeigt. Ich war hocherfreut, in der eBucht ein sehr schönes Amperemeter aus dem Reich der Mitte zu finden, das nicht nur den erforderlichen hohen Strom von 200A (für den 2kW Spannungswandler)) max bewältigt, sondern darüberhinaus auch noch erstaunlich billig ist. Schnell per Klick gekauft, es ist auch richtig gekommen. Ich habe es erstmal in die Schalttafel integriert. Ich wollte es jetzt in Betrieb nehmen, leider zeigt das Ding statt Strom nur Hausnummern an, nur die ebenfalls darin enthaltene Spannungsanzeige funktioniert.
An der Verschaltung eines Strommeßgerätes kann man nicht viel falschmachen, deshalb habe ich nochmal die Verkaufsanzeige studiert, und da war es: Der Shunt muß in den negativen Zweig gelegt werden.

Das widerspricht sämtlichen Konventionen, und ist allenfalls für ältere englische Kfz brauchbar, die Plus an der Karosse hatten. Ich weiß natürlich nicht, ob aktuelle chinesische Kfz auch eine positive Erde haben, es wäre ungewöhnlich. Sehr, sehr enttäuschend, und das stößt natürlich Spekulationen an, wie es dazu kommen kann. Ich sehe, daß da ein Gerätchen in sehr großen Stückzahlen produziert wurde, ohne jede Rücksicht auf die Erfordernisse des Marktes, denn das Ding ist für 99,9% der üblichen Anwendungen unbrauchbar. Eine sehr, sehr schlechte Konstruktion. Die einzige Erklärung, die ich finden kann, ist ein Hierarchieproblem. Da hat jemand mit dem Gewicht seiner hierarchischen Position bar jeder technischen Ahnung die sicherlich vorhandenen Fachleute überspielt, und dieses sinnlose Ding produzieren lassen. Jetzt versucht man das mit Rattenfängermethoden an den Kunden zu bringen.

Man sollte nicht meinen, so ein Problem gäbe es nur mit den autoritären Strukturen in Fernost. Mit dem Dieselskandal bei VW haben wir hier ein lupenreines Hierarchieproblem erlebt. Ich bin überzeugt, der Herr P. hatte seine guten oder sogar hervorragenden Zeiten als Fachmann, aber als Konzenchef hat er seine Werkbank aus den Augen verloren. Und Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut. Es geht sehr sehr selten gut, wenn jemand so viel Macht gewinnt, völlig unabhängig von seinen Qualitäten in der Vergangenheit.

Und an diesem Beispiel wird erkennbar, welche Probleme der Herr Trump mit den Chinesen hat. In USA werden seit Jahrzehnten ganz tolle integrierte Schaltkreise für die verschiedensten Anwendungen produziert, und üblicherweise werden im Datenblatt Standard-Schaltungen mitgeliefert. Gedacht ist das als Ausgangspunkt für eine Eigenentwicklung des Anwenders, keinesfalls als fertiges Produkt. Nun werden im Reich der Mitte unendlich viele Module gefertigt, für nahezu jede Anwendung ein spezielles Modul, alle mit einem Chip aus US-amerikanischer Entwicklung, alle jeweil nur die aus dem Datenblatt abgekupferte Standard-Applikation, und das zu einem Preis, der erheblich niedriger ist, als der Einzelpreis des jeweiligen Chips. Bei dem Amperemeter haben sie nicht aufgepaßt und sind reingefallen. Ätsch. Auch für mich, der ich es gutgläubig gekauft habe.
Ach ja, den Infineon-Leuten (ehemals Siemens) geht es ganz genauso wie den Amis.

weiter

Ich weiß nicht, wer da alles mitliest, aber meine harsche Kritik am Reinigungsverhalten des Hausherrn hier hat offenbar was gebracht: Die Bootsrampe ist durchgängig sauber, keine toten Fische mehr, und auch der angespülte Unrat hält sich in sehr engen Grenzen, macht einen recht normalen Eindruck.
Um da noch eins draufzusetzen, und weil ich mittlerweile über ein Schiffsfahrrad verfüge, habe ich mir den Europakai in ganzer Länge genau angesehen. Nach wie vor machen die Flußkreuzfahrer hier ihren Passagierwechsel, und um der Sache mal näherzutreten, habe ich mal eine Offizierin angesprochen, die natürlich deutlich Schweizer Dialekt gesprochen hat, passend zum Heimathafen ihres Schiffes: Basel. Nach ihrer Auskunft liegen die Schiffe vor und nach dem Wechsel je einen Tag hier am Europakai. dadurch haben die Passagiere jeweils 1 Tag frei, das erklärt die Spaziergänger. Es gibt weder von Seiten der Reiseveranstalters noch von Seiten der Stadt Nürnberg irgendein Programm, diese Zeit touristisch zu füllen, manchmal organisieren die Passagiere selbst eine Busfahrt in die Stadt, die meisten bleiben jedoch hier.
Das ist, gesehen von Nürnberger Seite, eine verpaßte Gelegenheit, ziemlich dumm. Als Minimum gehört da ein Prospekt erzeugt und gedruckt, und Sorge getragen, daß jeder Passagier einen bekommt. Darin muß kenntlich sein, was so ein alleingelassener Passagier mit diesem Tag Leerlauf alles anfangen kann, wirklich ganz haarklein und genau und mehrsprachig, denn das sind alles Fremde, meist Amerikaner oder Briten. Weiter muß die Bushaltestelle direkt an den Kai verlegt werden, jetzt ist sie viel zu weit weg. Und die Buslinie sollte direkt zum Hauptmarkt gehen, ohne Umsteigen. Obgleich vor allem die Amerikaner nur die Nazibauten sehen wollen, muß man da nicht noch anschieben!
Für Besucher, die nicht in die Stadt fahren wollen, muß einfach mehr geboten werden. Es gibt z.B. auf der ganzen Länge des Europakais nicht eine einzige öffentliche Toilette. Der Kiosk hat zwar 3 Dixiklos, die sind aber verschlossen, denn der Kiosk hat unter der Woche nicht geöffnet. Entsprechend versch.... ist das Wäldchen zur Autobahn hin. Was die Passagiere auch gerne sehen würden, wäre etwas mehr öffentliches Leben. Zwar kommen vor allem am Wochenende Spaziergänger und Radfahrer vorbei, aber zusätzlich zu dem schlichten Teich wäre ein Wasserspielplatz für Kinder geeignet, mehr Einheimische heranzuziehen.
Es gibt da sicher noch viel, viel mehr, was man da tun könnte, es muß nicht immer teuer sein. Was aber bis jetzt da ist, ist nüchtern und langweilig und minimal. (Mit diesen Eigenschaften kann man zwar Exportweltmeister werden, die Liebe der Besucher gewinnt man damit nicht)

weiter

Das schaut doch schon viel besser aus! Sie haben immerhin in Erwartung der kommenden Wasserstände den Maßstab ihrer Grafik geändert. Langsam wird es Zeit loszufahren. Leider ist das aktuell nur eine kurze Welle, die Abschätzung unterschreitet den kritischen Pegel schon wieder. Für meine Bedürfnisse sollte der Pegel schon ein wenig länger so bleiben.

weiter

Ich habe mal versucht, mich dem Mini-Tsunami an der Bootsrampe fotografisch zu nähern. Es ist nicht ganz leicht, zum richtigen Zeitpunkt mit der Kamera bereitzustehen, wenn man aber dieses Bild mit ein paar Erinnerungen aus dem Physikunterricht unterfüttert, kann man es verstehen.
Wenn ein kleines Boot Höchstgeschwindikkeit fährt, folgt am Boot die Heckwelle unmittelbar auf die Bugwelle. so daß sich diese durch Interferenz überlagern können. Die Heckwelle wird durch diese Unterstützung aus der Bugwelle schon mal ein ganzes Stück höher. Bei großen Schiffen, wenn sie weit unter ihrer Rumpfgeschwindigkeit fahren, kommt diese unmittelbare Überlagerung nicht zustande, weil durch die Schiffslänge der Abstand zwischen Bug- und Heckwelle sehr, sehr viel größer ist. Hier ist das verursachende Boot längst in der Schleuse verschwunden, während das Wellenmuster noch immer an der Kaimauer entlangläuft. Man sieht, nicht die erste Welle (Bugwelle) ist die Höchste, es ist die zweite, die Überlagerung von Bug- und Heckwelle. Trifft diese Welle etwa unter dem Winkel von 45° auf die Kaimauer, so wird sie an der harten Mauer nahezu verlustfrei reflektiert, und interferiert wiederum mit der auslösenden Welle. Man sieht im Bild sehr schön, daß die Wellenhöhe unmittelbar an der Mauer viel höher ist, als in einiger Entfernung. Diese Überhöhung der Welle durch Interferenz mit ihrer eigenen Reflexion ist der "Mach"-Effekt. Hier passiert abgesehen von den Spritzern an der Bootsrampe nicht allzuviel, aber man kann sich vorstellen, daß bei natürlichen (unbefestigten) Fluß- oder Kanalufern Schäden enstehen können, deshalb darf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit insbesondere von kleinen Booten nicht überschritten werden.
Im militärischen Bereich nutzt man diesen Effekt auf wahrlich fatale und menschenverachtende Weise, aber das will ich hier nicht ausführen.

weiter

Mit der Nordwest-Passage ist wohl für diese Saison endgültig Schluß, Zeit für ein Resumee. Da scheint sich ein Trend zu entwickeln, der zur "Globalen Erwärmung" gegenläufig ist, denn schon in 2017 gab es mehr Eis als in den Jahren zuvor, wenn auch mehrere Transits vollendet wurden. Dieses Jahr soll es angeblich eine Durchfahrt gegeben haben (S/V THOR (DE)), es ist aber offensichtlich auch anderen Kommentatoren nicht ganz klar, wo und wie die durchgefahren sind, nach den Eiskarten eigentlich unmöglich.
Belegt ist der schlecht ausgegangenen Versuch, die Durchfahrt zu erzwingen, vor der Einfahrt in die Bellot Strait ging das Schiff (S/V Anahita) im Treibeis durch Pressung verloren. Weil da etliche andere Boote ebenfalls in Wartestellung lagen, wurden die beiden Passagiere ohne körperliche Schäden gerettet.
Während im östlichen Teil der kanadischen Arktis keine auffällig verspätete Auflösung des Eises erkennbar war, war das im westlichen Teil deutlich anders. Schon das Aufbrechen des festen Eises kam erst Anfang August, und war bis zum Ende des Sommers nicht vollständig. Die gesamte nordpolare Treibeisfläche hatte offenbar von der Generalwindrichtung getrieben eine Tendenz, sich gegen die westliche kanadische Arktis und die Nordküste von Alaska zu bewegen.
Dadurch wurde das Treibeis im Kanadischen Archipel immer wieder aus Norden aufgefüllt, sehr viel mehr als es abtauen konnte. Dieses über den Sommer persisitierende mehrjährige Eis wird im nächsten Sommer dem Abtauen sehr viel länger widerstehen, und wenn es nicht weggeblasen wird, ist auch nächstes Jahr die Durchfahrt schwieriger.
Der übliche treibeisfreie Korridor vor der Nordküste Alaskas hat sich dieses Jahr nicht gebildet, lediglich weiter draußen gab es eine größere eisfreie Fläche, schwierig, gefährlich!
Man kann nicht sagen, daß die Nordwest-Passage durch die globale Erwärmung eine harmlose Sache geworden wäre, es bleibt spannend!

weiter

Auf und ab... Diesmal auf, die Richtung stimmt wenigstens. Warten wirs ab!

weiter

Ausgerechnet in genau der Gegend, die ich mir zum Überwintern ausgesucht habe, überquert der Hurrikan Florence die Küstenlinie. Nach der Vorhersage 12Bft, 100kts Wind, mehr geht nicht! Wenn sich das genauso wiederholt, werde ich in das Auge des Sturmes blicken können!


weiter

Absolut traurig. Ist ja auch klar, der Wetterbericht verheißt auch keinen wirklichen Regen. Vielleicht kommt noch was, bevor der Oktober golden wird.

weiter

Es ist wohl vorbei für dieses Jahr mit der NWP. Wer noch nicht durch ist, muß sich sputen, da wieder rauszukommen! Der Lancaster Sound füllt sich bereits wieder mit Eis. Wenn man da drin gefangen wird, kann man gezwungen sein, in irgendeinem Naturhafen zu überwintern. Ist man darauf vorbereitet?

weiter

In meiner Verzweiflung habe ich mich telefonisch bei den Fachleuten vom WSV-Regensburg zu den Donaupegeln erkundigt, man konnte mir keine Hoffnung machen. Immerhin hat man mir den Hinweis gegeben, daß es Hoffnung gäbe, wenn der Pegel Pfelling (Bezugspegel für die anderen Pegel) auf 290cm gestiegen sei. Der ist momentan noch bei 250cm. Zu erwarten sei ein ausreichender Pegel erst im Oktober. Na prost!

weiter

Keine guten Aussichten für eine Vollendung der Nordwest-Passage in dieser Saison. Der Eispfropf im Peel Sound will sich einfach nicht auflösen oder wenigstens ausdünnen. Der kürzliche Unfall zeigt, daß es keinen Sinn macht, unter diesen Bedingungen die Durchfahrt erzwingen zu wollen. Auch wenn es bis zum Eisminimum noch vielleicht 2 Wochen Zeit ist, das Zeitfenster zur Durchquerung der Beaufort Sea und der Bering Sea schließt sich. Wenn man sich auf eine Überwinterung z.B. in Cambridge Bay oder Gjoa Haven einstellt, könnte man noch abwarten. Ansonsten muß man so nach und nach unverrichteter Dinge den Rückweg antreten.

Auch die Donaupegel machen keine reine Freude. Auch wenn der Wasserstand zwischendurch mal ansteigt, eine grundlegende Änderung der Situation ist das noch nicht. Bedenken muß man, der Pegel Straubing liegt bei 1,25m : das reicht definitiv noch nicht!


weiter

Endlich mal was Erfreuliches zu den Donaupegeln. Es geht so nach und nach hin zu normalen Wassertiefen. Sie liegen zwar allesamt noch unter Normalpegel, aber in Vohburg braucht man mit 31cm immerhin Gummistiefel, um trocken über den Fluß zu kommen!


weiter

Trotz aller Vorsicht und Vorbereitung kann es in der NWP auch Fehlschläge geben: Drama in der Nordwestpassage . Es ging gottseidank glimpflich aus, es ging "nur" das Schiff verloren, es wurden alle gerettet, fielen nichtmal ins Wasser. Ich sehe die Ursache (gestützt durch eine weitere Quelle) etwas anders: Sie haben sich bis zum Eingang der Bellotstrait durchgeboxt, und lagen in Fort Ross/Depot Bay in Wartestellung vor Anker.
Wenn man die tägliche kanadische Eiskarte aufmerksam verfolgt, sieht man, daß das Eis im Prince Regent Inlet zwar allgemein "nur" die Dichte 1-2 hat, sich aber von Wind und Tidenströmung getrieben gelegentlich Zusammenballungen bis 9 bilden.
So eine Zusammenballung ist ihnen zum Verhängnis geworden, und sie haben es erst gemerkt, als es zu spät war.
Die Konsequenz: erst in das Prince Regent Inlet einfahren, wenn es eine Chance gibt, daß es durch die Bellot Strait weitergeht. Das ist gewohnlich erst der Fall, wenn das Prince Regent Inlet weitgehend eisfrei ist.
Ein Ankerplatz MUSS von Treibeis geschützt sein. Im Handbuch sind einige aufgelistet.
Nicht nur die Eiskarten, auch die Gribfiles sind zu beachten, da insbesondere die Windrichtung! Das Eis treibt auch mit schwachem Wind! In jedem Fall braucht man eine durchgängige Ankerwache.

weiter

Die Durchfahrt durch das Prince Regent Inlet bis zur Bellot Strait scheint bedingt möglich zu sein. Es macht jedoch keinen Sinn, sich da durchzuboxen, denn auf der anderen Seite der Bellot Strait ist immer noch alles dicht.
weiter


Die Donaupegel machen keine Freude. Sie schwanken auf sehr niedrigem Niveau.

pegeldeggendorf20180822

Weil das Auffahren auf eine Untiefe stromabwärts besonders heikel ist, möchte ich da unbedingt einen Sicherheitsabstand haben. Bei Fahrt stromauf braucht man nur das Gas wegnehmen, wenn es knapp wird, dann wird man von der Strömung ganz von selbst ins tiefere Wasser zurückgetrieben. Stromab muß man mit Vollgas wenden, und hoffen, daß man mitten im Manöver nicht aufläuft, denn dann wird man von der Strömung erst richtig auf die Untiefe hinaufgetrieben. Eine Situation, die mir Bauchschmerzen verursacht!

weiter

Langsam und zähflüssig bessert sich die Eislage rund um die Bellot Strait.

Das Eis im Lancaster Sound ist schon ziemlich ausgedünnt, wahrscheinlich kann man nächste Woche bis in das Prince Regent Inlet durchfahren.
Auf der anderen Seite, im Peel Sound, wird es wahrscheinlich noch etwas dauern.


weiter

Die Donaupegel sind wieder ein Stück gefallen, Pegel Straubing ist nun deutlich unter 1m.
Die Aussichten in der NWP sind auch nicht viel besser: Das Eisportal der Uni Bremen zeigt mit vielen Statistiken, daß es diesen Sommer insgesamt mehr Eis in der Arktis gibt. Das wird zwar die Passage nicht unmöglich, aber schwieriger machen, und vor allem wird das Zeitfenster kürzer. Die tägliche Eiskarte "Queen Maud" zeigt, daß die Bellot Strait ihrem Ruf als Schlüsselstelle wieder mal gerecht wird: beiderseits dicht!

Der südliche Queen Maud Golf genauso wie der Coronation Golf mit der Zufahrt nach Cambridge Bay (Tankmöglichkeit!!!!) ist bereits weitgehend eisfrei. Hilft aber nix, solange der Peel Sound (Zufahrt zur Bellot Strait) noch völlig unbefahrbar ist.


weiter

Donnerstags kommt die neue "weekly icechart" vom Kanadischen Eisservice, mit Spannung erwartet.

In der Baffin Bay ist der Sommer schon im Gange, kein nennenswertes Eis mehr. Dafür zieht sich der Lancaster Sound immer mehr zu, und auch die Südküste der Devon-Insel ist nicht mehr so eisfrei, wie sie schon war. Man könnte jedoch problemlos nach Pond Inlet fahren, Tanken und einklarieren, die Bylot-Insel umfahren, zum Navyboard-Inlet hinaus in den Lancaster Sound und dabei Tay Bay besuchen, wo Alvah Simon überwintert hat und das Buch "North to the night" darüber geschrieben hat, absolut lesenswert!


weiter

Heute war die Seewasserpumpe dran. Diese Pumpe speist ein Leitungsnetz, das nur zwei Auslässe hat: Ein Wasserhahn an der Küchenspüle, für Wasch- und Putzzwecke, oder auch zum Kochen, und ein Auslaß an Deck neben dem Kettenkasten, zum Reinigen des Ankers und der Kette beim Lichten, und zum Deckwaschen (könnte man auch zum Duschen nehmen). Das soll das Wasserholen per Eimer von Außenbords ersparen, denn das ist nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich. Wenn man die hierfür erforderliche Technik nicht beherrscht, kann man, besonders wenn das Schiff in Fahrt ist, ganz schnell unverhofft den Eimer verlieren, oder sogar selbst über Bord fallen.
Die Installation von Eingangsfilter, Druckschalter, Manometer und Pumpe ist in der vorderen Toilette unter dem Waschbecken, ein Ort, den man nur erreichen kann, wenn man sich selbst ganz zusammenfaltet und auf der Standfläche in der Toilette kauert.
Zunächst war nur erkennbar, daß die Pumpe jenseits von Gut und Böse verrottet war. Deshalb habe ich schon vor langer Zeit eine neue Pumpe gekauft, und gedachte das Problem mit der neuen Pumpe schnell zu lösen. Aber wie immer war das nur der Anfang der Probleme. Alle Schlauchbinder waren nicht mehr dicht, allenthalben spritzte das Wasser. Nach dem ersten Versuch hatte ich eine ganze Zeit zu tun, das Schiff wieder trocken zu bekommen. Nach und Nach habe ich alle Schlauchbinder erneuert, und dabei festgestellt, daß mir ein Stück Gewebeschlauch fehlt, für den man wg. des Anschlußformats an die Pumpe keinen Gartenschlauch nehmen kann. Alles in allem 2 Tage Arbeit, und wenn der neue Anschlußschlauch da ist, nochmal vielleicht eine Stunde.

weiter

Bei den Donaupegeln tut sich nichts, alles gleichbleibend, zu niedrig für mich. Der Schiffsverkehr ist drastisch reduziert, Motorschiffe, die von der Donau kommen oder dorthin fahren sind kaum beladen. Heute kam eine ganze Flotille von 5 Sportbooten vorbei. Die haben mit ihren vielleicht 50cm Tiefgang kein Problem. Ich nutze die erzwungene Wartezeit für weitere Arbeiten. Aus aktuellem Anlaß habe ich heute mein Echolot nach dem Handlot geeicht. Schwierig ist speziell hier, daß keinen definierten Grund gibt. Da ist vermutlich eine über 1m dicke Schlammschicht, in die das Handlot mal tiefer,mal weniger tief einsinkt. Wenn ich in einem Gewässer ohne Schlamm bin, werde ich das nochmal machen müssen!

weiter

Bei der Neuauslegung der Festina Lente habe ich den gasbetriebenen Kochherd herausgeworfen. Auch Petroleum kam als Wärmequelle für die Küche nach einiger Überlegung nicht in Frage. Alles wegen der nicht wegzudiskutierenden Explosions- und Brandgefahr. Es wird in Zukunft elektrisch gekocht. Das erfordert ein ausgeklügeltes elektrisches Konzept, leider bleiben gewisse Nachteile nicht aus. Das Problem ist in erster Linie psychologischer Art: Man muß sich darüber klar sein, daß die zur Verfügung stehende Energie eine harte Grenze hat.
Wenn man sich entsprechend der allgemeinen Strömung zum Energiesparen entschlossen hat, müssen sich die üblichen Gewohnheiten nicht wirklich ändern, denn die Energie ist nach wie vor unbegrenzt. Lediglich im Hinblick auf eine Stromrechnung, die irgendwann in ferner Zukunft mal kommen wird, betätigt man doch vielleicht etwas häufiger den Ausschalter, wenn es einem gerade in den Kram paßt.
Im Gegensatz zum öffentlichen Stromnetz kommt auf der Festina Lente die Energie kostenlos (wenn die Solarpanels mal installiert sind), aber es gibt eine knallharte Grenze: Wenn die Akkus leer sind, ist Schluß, nichts geht mehr. Das bedeutet, der noch zur Verfügung stehende Energievorrat muß ständig im Blick sein, und der Energieverbrauch muß sich in erster Linie nach diesem Vorrat richten. Hat man also vor, etwas in der Küche zuzubereiten, ist der primäre Faktor der Menueplanung der Zustand der Akkus und das Wetter, also Sonnenstand oder Wind.
Das stellt sich in der Praxis nicht ganz so scharf dar, denn die Induktionsplatte und der Mikrowellenherd unterstützen die Energiesparbemühungen durch ihre große Wirtschaftlichkeit ganz enorm. Diese Wirtschaftlichkeit kann man durch gewisse Kniffe noch deutlich steigern, sodaß man z.B. 250g Spaghetti mit kaum 10Ah gar bekommt. Nimmt man dazu eine fertige Nudelsoße aus dem Glas, die nur erwärmt werden muß, so hat man ein vollwertiges Mittagessen. mit erstaunlich wenig Energieaufwand. Selbstverständlich kann man auch aufwendiger kochen, wenn den ganzen Tag die Sonne scheint, oder der Windgenerator von 6 Windstärken angeschoben wird. Diese Faktoren entsprechend zu berücksichtigen, ist das Gewöhnungsbedürftige, insbesondere einer Hausfrau dürfte das schwierig zu vermitteln sein
Letztlich sind das Probleme, die bei jedem "Inselbetrieb" bestehen, also z.B Almhütten, besonders einsamen Häusern, die nicht an öffentlichen Netzen angeschlossen sind, und eben auf Schiffen, die keinen permanent laufenden Generator haben.

weiter

Als Kontrast zur realen Hitze ist ein Blick auf die aktuelle Situation in der NWP ganz gut. Das Eisfeld in der Baffinbay ist nahezu weggetaut, den Resten kann man bei einer Durchfahrt leicht ausweichen. Man muß in dieser Gegend ohnehin mit vereinzelten Eisbrocken rechnen, man kann daher sowieso nicht ohne genauen Ausguck einfach draufzufahren, auch wenn die Eiskarte kein Eis mehr anzeigt. Die Einfahrt nach Pond Inlet scheint auch gut befahrbar zu sein, es wird vom Pegel im Dieseltank abhängen, ob man dort hinwill. Ansonsten wird man sich eher an die Nordseite des Lancaster Sounds halten und dort die unbewohnten Naturhäfen im östlichen Teil von Devon Island abklappern. Bis nach Resolute, dem nächsten Hafen mit Tankmöglichkeit wird es noch nicht reichen. Solange die westliche Arktis noch dicht ist, hat man ohnehin keine Eile, und kann unter Segeln auch bei sehr schwachem Wind herumbummeln, und Diesel sparen.

weiter

Der Kettenkasten ist der vorderste Raum auf einem Schiff, und hat auf der Festina Lente keinen horizontalen Boden, sondern die Seitenwände laufen trichterförmig aufeinander zu, sodaß alles, was man da hineinbringt, zum tiefsten Punkt strebt, und dort ein unentwirrbares Konglomerat bildet. Im einfachsten Fall betrifft das nur die Ankerkette, und für die paßt das ganz gut. Ich kann mir jedoch nicht leisten, den restlichen, ziemlich großen Raum ungenutzt zu lassen.

Da habe ich mir von zuhause ein 30mm Alurohr vorbereitet, das mit ebenfalls speziell angefertigten Schellen von unten an die Befestigungen des Bugkorbes angeschraubt wird, und so knapp unter dem Deck über die ganze Länge des Kettenkastens reicht. Da kann man dann alle möglichen Dinge dranhängen, ohne befürchten zu müssen, daß sie auf nimmerwiedersehen nach unten verschwinden.

Dieses Rohr hat auch seine Geschichte. Ursprünglich war es Teil eines Gabelbaumes, den man zum Windsurfen braucht, und zwar ein ganz langer mit 2,70m aus der allerersten Zeit des Windsurfens, mein erster Gabelbaum. So lange hat man heute nicht mehr. Auch durch Nachdenken komme ich nicht drauf, wo der Vorteil dieser Länge sein könnte, vielleicht wollte man einfach nur die Segelfläche vergößern, ohne den Mast zu verlängern oder das Segel oben mit Latten auszustellen. Der große Nachteil ist, daß bei ein wenig mehr Wind das Ende des Gabelbaumes mit dem Segel im Wasser schleift, sehr hinderlich. Also ein veraltetes Ausrüstungsteil. Dennoch habe ich das Ding samt zugehörigem Segel auf Verdacht auf eine Reise nach Nord-West Spanien mitgenommen. Dort kam ich erwartungsgemäß an der Biskaya an einen Strand mit deftigen Wellen, die sich mit vielleicht 3m hohen Brechern auf den Strand warfen, leider dazu nicht ganz soviel Wind. Nachdem ich auf so eine hawai-mäßige Situation spekuliert hatte, nahm ich in weiser Vorraussicht nicht mein gutes, hochgeschnittenes Segel mit kurzem Gabelbaum, sondern riggte die alte Ausrüstung auf. Ich kam auch richtig ein gutes Stück, vielleicht 50m hinaus, als der erste Wellenkamm auf mich zulief. Ich wollte mit einer Halse da hineindrehen, aber die Welle war recht hoch, meine Standfestigkeit nicht die Beste, und der Wind zu schwach, und so bin ich mitten in der Halse reingefallen. Und schon ging die Waschmaschine los. Ich selbst, Mast, Brett und Segel haben alles gut überstanden, aber der Gabelbaum war jenseits der Brauchbarkeit verbogen. Ich lasse so ein Ding nicht zurück, sondern nehme das wieder mit zurück nach Hause und füge das meinem häuslichen Fundus bei. Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder mal ein Stück Rohr verbraucht, und jetzt das letzte Stück der Festina Lente zugefügt.

weiter

An dem schon vormittags heißen Sonntag habe ich mal wieder einen Flohmarkt besucht. Ich selbst bin gegen Hitze einigermaßen resistent, aber da ist mir eine junge Dame (~Mitte 20, hochschwanger) aufgefallen, die entsprechend den Gesetzen ihrer Religion in langen, dunklen Mantel und Kopftuch gehüllt tapfer versucht hat vermittels eines Sonnenschirmes der Wärme zu widerstehen, um ihren Stand zu beaufsichtigen. Dabei ist ihr vermutlich nicht aufgefallen, daß ihr Begleiter (dem Alter nach eher ihr Vater als ihr Mann) sich durch luftiges Oberhemd + lange Hosen erheblich weniger beeinträchtigt ist. Nun ist Deutschland ein eher kühles Land, die Hitze ist auf wenige Wochen oder gar nur Tage beschränkt, jedoch ist z.B. in Syrien, wo die beiden möglicherweise herkommen, die warme Zeit nicht nur noch wärmer, sondern dauert auch viel länger. Wie kann eine Religion ihre Anhänger so sehr quälen?

weiter

In Vohburg ist der Donaupegel tatsächlich auf 1cm gefallen. Da reichen Trittsteine, den Fluß trockenen Fußes zu überqueren. Gottseidank muß ich dort nicht durch. Der Pegel in Staubing pendelt um 1m, die anderen Pegel in Oberndorf und Deggendorf machen "Seitwärtsbewegungen" um 150cm. Für mich reicht das alles nicht. Hier im Nürnberger Hafen gibt es zwar keine Tiefgangsprobleme, aber der Wasserstand ist mittlerweile um gut 40cm gefallen. Das zeigt, daß das Wasserwirtschaftsamt jeden Tropfen 3mal umdreht, bis sie ihn den Kanal hinunterlassen. Der Wasserqualität ist das nicht unbedingt förderlich.

weiter

Die Arktis hat eine ziemliche Dynamik in sich, die sich nicht immer in der erwarteten Richtung entfaltet. Das Eisfeld mitten in der Baffin Bay hat sich erwartungsgemäß ausgedünnt, man könnte schon fast riskieren, mittendurch zu fahren. Das letzte Woche leidlich eisfreie Prince Regent Inlet hat sich jedoch komplett verschlossen, in dem sich das ganz im Süden des Inlets befindliche Eis nach Norden bewegt hat. Zur endgüligen Beurteilung der Befahrbarkeit muß man unbedingt den Wetterbericht heranziehen, den die Eislage hängt weniger von der Temperatur als viel mehr von Windrichtung und -Stärke ab.

Anders ist es im westlichen Teil der kanadischen Arktis. Das letzte Woche noch feste Eis ist fast überall aufgebrochen und in Bewegung geraten. Je nach Windrichtung wird aus Norden noch mehr Eis hinzugetrieben, oder es kann sich auch nach Norden bewegen und die Durchfahrt freigeben. Das Gleiche gilt auch für die Nordküste von Alaska. Momentan liegt das Eis noch sehr nahe an der Küste, keine Durchfahrt möglich! USamerikanische Eiskarte


weiter

Der Pegel an der Donau macht mir Sorgen. Insbesondere in Straubing (114cm) ist mein Tiefgang (180cm) bereits reichlich unterschritten. Sowohl die Tendenz des Pegels als auch der Wetterbericht verheißen nichts Gutes. Das kann bis weit in den September dauern, bis es besser wird. Von anderen Flüssen insbesondere Rhein und Main hört man nichts derartiges, denn dort gibt es Staustufen mit Kraftwerken, die den Wasserstand weitgehend konstant halten. Die Auswirkungen für die Schiffahrt sind offensichtlich, denn Einschränkungen für den Tiefgang mit den zugehörigen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es dort nicht. Die Auswirkungen für die Natur sind offenbar ebenso segensreich, denn nicht nur der Wasserstand sondern auch das Grundwasser bleiben auf der gleichen Höhe. Das verhindert das Sterben von Tieren und Pflanzen in Auwäldern und Altwässern durch Trockenheit, genauso wie zu Hochwasserzeiten durch zuviel Wasser und Strömung. Man könnte sogar sagen, die Natur strebt ganz ohne Zutun des Menschen nach gleichmäßigen Wasserständen, die Tätigkeit der Biber ist ein Beispiel. Es ist auch naheliegend, daß die starken Schwankungen des Pegels Auswirkungen von auch in anderen Bereichen als negativ empfundenen menschlichen Einwirkungen sind, wie etwa die Versiegelung von Grünflächen und Reduzierun des Humusanteils in landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen. Man sollte sich doch aufraffen, und die Donau zwischen Kehlheim und Passau wie bei anderen Flüssen auch mit Staustufen und Kraftwerken versehen, Die Natur und die Menschen würden es begrüßen!

weiter

Um mich bei dieser Hitze etwas ab zukühlen habe ich mir mal die aktuellen Kanadischen Eiskarten angesehen. Es schaut nicht so gut aus. Die östliche Arktis, also etwa die Grönländische Westküste ist wie zu dieser Jahreszeit üblich, nahezu komplett eisfrei. In der Mitte der Baffin Bay gibt es jedoch noch ein großes Eisfeld, das den Weg nach Westen versperrt. Der Lancaster Sound wäre schon fast bis Resolute befahrbar, man käme sogar schon durch das Prince Regent Inlet bis zum Eingang der Bellot Strait. Das böse Erwachen kommt mit der Eiskarte der östlichen Arktis. Da ist noch alles dicht mit festem Eis, nicht mal Treibeis. Da sollten sich schon längst die ersten Lücken auftun.

Sir John Franklin, seit 1845 in der kanadischen Arktis verschollen

Es ist wohl eine Situation ähnlich wie in 1845 beim Scheitern der Franklin-Expedition. Wer weiß, ob das überhaupt noch aufgeht! Mit dieser Info würde ich erstmal in Grönland bleiben, und mit der Weiterfahrt noch mindestens eine Woche, besser zwei warten. Übrigens kann man die alten Eiskarten viele Jahre zurück aus dem Archiv abrufen. Da kann sich jeder selbst ein Bild über die Globale Erwärmung machen.
Kanadische Eiskarten

weiter

Zur Mofi bin ich gestern abend extra auf den Föhrenbuck gestiegen. Der Föhrenbuck ist der Hügel. der sich unmittelbar östlich an den Hafen anschließt und mir den östlichen Horizont versperrt und bewirkt, daß ich morgens erst ab 10:00 Uhr Sonne bekomme, um mit den Solarpanels meine Batterien aufzuladen. Auf meiner digitalen Karte (Open Sea Map) ist auch ein ziemlich direkter Weg zum Gipfel eingezeichnet, der mich in der Realität auch richtig hinauf brachte, wenn es auch weniger ein richtiger Weg, sondern vielmehr ein verwunschener Dschungelpfad war. Oben angekommen traf ich auf eine Szenerie, der ich bisher schon zweimal begegnet bin.

Das erste Mal habe ich auf Empfehlung von Bekannten zusammen mit meiner damals frisch angetrauten Ehefrau den Blue Mountain Peak in Jamaica erstiegen. Der ist natürlich etwas höher als der Föhrenbuck, zuerst fährt man so weit wie möglich mit dem Motorrad hinauf, dennoch hat man etliche Kilometer steilen Fußwegs durch den Dschungel vor sich. Wenn man schließlich oben ist, auf deutlich über 2000m, ist das erheblich weiter als z.B. eine Besteigung der Zugspitze, denn man fängt ganz unten auf Meereshöhe an, und es gibt abgesehen von einem wilden Pfad durch den tropischen Regenwald nahezu keine Infrastruktur, insbesondere keine Seilbahn. Wir haben natürlich angesichts der Unwägbarkeiten früh morgens angefangen, dennoch war am Ende absehbar, daß wir den vielgerühmten Sonnenuntergang verpassen würden. Da habe ich in meinem jugendlichen Ungestüm, die letzten Kilometer im Laufschritt zurückgelegt, und es tatsächlich geschafft im letzten Licht der untergehenden Sonne ein Bild zu schießen (das leider dem Alterungs-Gilb oder vielmehr Rotlauf zum Opfer gefallen ist, Schande über die Filmindustrie!) Der Sonnenuntergang war entgegen der Empfehlung weit weniger spektakulär als erwartet. Man sieht halt etwas weiter als vom Strand aus, theoretisch hätte man vielleicht die Cayman Islands sehen können (die mit den vielen Banken und Briefkastenfirmen) war aber nur weite karibische See zu sehen, weniger interessant. Wirklich spektakulär war jedoch später bei völliger Dunkelheit der Blick nach Südwesten hinunter auf Kingston. Kingston ist wie alle tropischen Städte in der Nacht hell erleuchtet, jeder Privatmann leuchtet sein Grundstück aus Angst vor Dieben bis in die letzte Ecke aus, der Anblick ist nachts aus der Ferne überwältigend.
Ansonsten war es natürlich bitterkalt durch die Höhenlage, das ist doppelt unangenehm, wenn man tropische Temperaturen gewohnt ist. Eine flache Kuppe, mittendrin der unvermeidliche geodätische Meßpunkt aus pyramidenförmig zusammengestellten Stangen, den Bewuchs kurz zurückgestutzt, damit man den Meßpunkt auch von ferne sieht, und eine verlassenen Hütte ohne Türe mit leeren Fensterhöhlen, aber gottseidank mit Dach. Darüber hinaus nur grandiose Einsamkeit. Irgendwie haben wir die Nacht hinter uns gebracht und erwachten in einen trüben neblich kalten nassen Morgen. Was ich in dem englischsprachigen Land am wenigsten erwartet hätte, war eine Gruppe von Leuten, die wohl in der Nacht aufgestiegen waren, von denen einer auf deutsch sagte "scheißkalt hier".

Das zweite mal habe ich sowas zur Sofi im August '99 erlebt. Das war damals ein formatfüllendes Ereignis und in aller Munde. Weil der Wetterbericht eher schlecht aussah, dachte ich wegen der Bedeutung des Ereignisses besonderen Aufwand zu treiben, und habe passend zu der Bahn des Mondschattens die zugehörigen europäischen Wettervorhersagen zu Rate gezogen: Das Grenzgebiet zu Frankreich bekam den Zuschlag. Am Tag vorher zog ich mit meinem Wohnmobil los, und da passierte auch mein Erstkontakt mit Schengen: Ich erwartete eine Grenzstation, aber es kam keine. Erst ist mir aufgefallen, daß die Gärten und öffentlichen Grünanlagen üppiger ausgestattet waren, dann sah ich anhand der Straßenschilder, daß ich ohne es zu bemerken nach Frankreich geraten war.
In einem breiten, flachen Tal war in der Mitte eine Erhebung, die freie Sicht auf den Horizont versprach, dort sollte mein Beobachtungspunkt sein. Am nächsten Morgen stieg ich diesen Hügel hinan, und wieder bot sich mir diese Szenerie dar: eine flache Hügelkuppe ohne hohen Bewuchs, mittendrin der Geodätische Meßpunkt, daneben ein Kriegerdenkmal, das sich als deutsch aus dem Krieg von 1870 erwies (Ich ziehe meinen Hut vor den Franzosen, die es haben stehen lassen), und drumherum viele Leute, die sich mit Stativen, Kameras und Teleskopen auf das kommende Ereignis vorbereiteten. Leider war das Wetter nicht so gut wie erwartet. Man sah jedoch durch den guten Beobachtungspunkt den Mondschatten heranfliegen, für die Beobachtung der Korona oder gar Sternen war der Himmel zu diesig. Beim Abstieg kam ich noch an das zugehörige französische Kriegerdenkmal. Es war natürlich einige Nummern größer und bombastischer als der schlichte deutsche Obelisk mit Bronzetafel, aber ich sehe das als gutes Recht der Franzosen.

Wie ein Déjà-vu erschien mir die Szene auf dem Föhrenbuck, alles da, etwa 50 Leute samt den Stativen, Teleskopen und Kameras, der freie Horizont und mittendrin der geodätische Meßpunkt, oder wenigstens seine Fundamente. Auch das Wetter war nicht so doll, den Sonnenuntergang konnte ich noch schön ablichten, aber der Mond wollte nicht hinter der Wolkenbank hervorkommen, die den östlichen Horzont verschleierte. Dafür war der hellerleuchtete Hafen eine Augenweide, mit fast so vielen Lichtern wie Kingston. Ach ja, und der Hin- und Rückweg beanspruchte kaum eine halbe Stunde.

weiter

Heute hat mich die Waschpo (Wasserschutzpolizei) besucht. Sie kamen nicht per Boot, so hatte ich das eigentlich erwartet, sondern mit dem Auto. Sie waren sehr freundlich, sie wollten nicht einmal meine Papiere sehen, recht viel mehr als Smalltalk war nicht. So ganz nebenbei haben sie mir verraten, daß hier das größte Recycling-Zentrum Europas wäre. Ich erinnere mich aus dem Geschichtsunterricht an das 13. und 14. Jahrhundert, als Nürnberg ebenbürtig zu den Europäischen Metropolen wie Köln, Paris oder Venedig genannt wurde. München gab es damals noch gar nicht.

weiter

Durch genaues Beobachten habe ich herausgefunden, wie der Mini-Tsunami an der Bootsrampe zustandekommt. Es ist der Mach-Effekt! Die großen Motorschiffe fahren gewöhnlich in Zeitlupe in- und aus der Schleuse und werfen kaum Wellen auf, vermutlich weil sie durch den sehr geringen Spielraum schwierig zu manöverieren sind. Nicht so die kleinen Sportboote. Die kommen häufig mit Top-Speed heran und bremsen erst, wenn sie schon in der Schleuse sind. Die harten, senkrechten Kaimauern beiderseits reflektieren die aufgeworfenen Bug- und Heckwellen nahezu verlustfrei. Da bildet sich ein Interferenzmuster, das sich mit dem Boot auf die Schleuse zubewegt. Wenn das bei mir vorbeikommt, wird mein Boot gehörig durchgeschüttelt, und an der Bootsrampe bilden sich kurze, steile Wellen von nahezu 1m Höhe, die bis auf die Promenade hochspritzen.

weiter

Jetzt habe ich durch Nachmessen herausgefunden, wie diese Nichtlinearität der angezeigten Spannung an meinem neuen Solarregler zustandekommt: Es ist der Spannungsabfall an der Leitung! Das bedeutet, ich muß die Installation nochmal ändern, den Solarregler näher am Akku plazieren, und für die Leitung einen erheblich höheren Kupferquerschnitt nehmen. Wenigstens bin ich nun überzeugt, daß es funktioniert!

weiter

Für die neuen Positionslampem habe ich nun, damit alles richtig stimmt, auch eine neue Montagebasis angefertigt. Man weiß ja, daß man in der Lage sein soll, in der Nacht allein aus dem Leuchtbild der Navigationslampen den Kurs eines Schiffes aus der Ferne in etwa zu bestimmen. Deshalb ist das Licht dieser Lampen auf bestimmte Sektoren beschränkt, die natürlich möglichst genau eingehalten werden müssen. Die Montage dieser Lampen muß deshalb genau zu den Achsen des Schiffes ausgerichtet sein, etwa wie die Scheinwerfer an einem Kraftfahrzeug. Deshalb habe ich die Montageplatte so gestaltet, daß die Ausrichtung der Lampen mit 3 Schrauben wie bei einem Autoscheinwerfer genau eingestellt werden kann. Da wurden gegenüber der vorherigen Installation gewaltige Abweichungen erkennbar. Ist vorher niemandem aufgefallen.

weiter

Jetzt ist er endlich da, der seit langem bestellte Solarregler als Ersatz für den Unbrauchbaren. Er kam offenbar doch direkt aus China, obgleich ich wg. kürzerer Lieferzeit einen aus Deutschland bestellt hatte. Beim ersten Anschluß zeigte sich, daß er zunächst die Batteriespannung korrekt anzeigt, bei 12V vielleicht 50mV Abweichung, was tolerabel ist, zumal meine Kontrollinstrumente auch nicht amtlich geeicht sind. Die Abweichung scheint jedoch nicht linear zu sein, bei 14V kommt fast ein ganzes Volt Differenz zustande. Allerdings bleibt die Ladeschlußspannung mit 14,2V (von mir gemessen) gerade noch im Rahmen, so kann das Ding bleiben. Allerdings konnte ich die in der Bedienungsanweisung angegebene Einstellbarkeit der Ladeschlußspannung nicht realisieren, was bei dem vorherigen, defekten Gerät kein Problem war. Die Produzenten aus dem Reich der Mitte scheinen ein- und dieselbe Hardware mit unterschiedlichen Programmen auszustatten. Wie dann die unterschiedlichen Preise zustandekommen, wissen auch nur die Söhne des Himmels! weiter


Ich habe mir auch neue Positionslampen geleistet. Es war sehr nötig. weil die Farbgläser (rot/grün/weiß der alten Lampen nur aus Kunststoff gemacht waren statt Mineralglas, und hoffnungslos verrottet waren. Nicht nur, daß die Transparenz fast vollständig weg war, auch die mechanischen Festigkeit hatte stark gelitten, es waren Löcher und Risse darin. Und das bei Lampen, die eine BSH-Zulassung hatten und früher mal 150 DM/Stück gekostet hatten. Weder waren die Gläser austauschbar noch gab es Ersatz zu kaufen. Trauriges Beispiel für die deutsche Industriequalität (es gibt ja nicht nur Autos!). Neben der grottenschlechten Dauerhaftigkeit hatten die alten Lampen noch einen großen Nachteil: Sie sind technisch überholt. Das machte mir die Entscheidung für den Austausch leicht. Die alten Lampen waren für den Betrieb mit Glühlampen gedacht, 25W/Stück. Bei der chronischen Stromknappheit an Bord eines Segelschiffes ist das ein Riesenproblem: Wie schafft man den Strom, insgesamt 75W, für eine Nachtfahrt unter Segeln heran? Das hat zur Folge, daß üblicherweise riesige Akku-Kapazitäten mitgeführt werden mußten, ein Segelschiff leicht zum Blei-Transporter mutierte.
Die Neuen Lampen brauchen nur noch 2W/Stück, weil mit LED, sind jedoch keinen Deut billiger, und die Gläser sind auch nicht austauschbar. Wenigstens brauchen sie nicht soviel Strom.

weiter

Seit einiger Zeit bin ich mit den Positionslampem beschäftigt. Dabei habe ich mir auch die elektrische Verschaltung angesehen. Bei näherem Hinsehen erwies sich das als ziemlich verrottet. Diese Klemme war in einer handelsüblichen Feuchtraumdose installiert, kam vermutlich nie in direkten Kontakt mit Salzwasser, allein durch den Einfluß der Seeluft ist das so sehr degeneriert.

Erst wenn man den Isolierkörper entfernt, wird das ganze Ausmaß der Katastrophe erkennbar. Da ist, wie allen el. Klemmen, eine stählerne Schraube verbaut, die sich durch die Elektrolyte aus der Seeluft nahezu vollständig aufgelöst hat, und jede Funktion verloren hat. Fazit: im Bereich der Seeluft darf man keine el. Klemmen verbauen! Zur Ehrenrettung muß man sagen, diese Klemmstelle hat bis zum Schluß funktioniert. Das ist aber kein Grund das so zu belassen!

weiter

Obgleich ich das noch nicht installieren kann, habe ich mir mein neues AIS-Gerät mal angesehen und die Bedienungsanleitung studiert. Das ist ein spezielles Seefunkgerät, das natürlich eine Antenne braucht, die es erst gibt, wenn der Mast steht. Dieses Gerätchen (war nicht ganz billig) hält automatisch und autonom Kontakt zu anderen Schiffen, zeigt deren Positon und Geschwindigkeit und warnt bei zu enger Annäherung. Weil ich das für einen wesentlichen Sicherheitsaspekt halte, habe ich mir das geleistet, obwohl mein Schiff, weil zu klein, hierfür nicht ausrüstungspflichtig ist. Das funktioniert erstaunlicherweise mit nur zwei UKW-Kanälen trotz größter Verkehrsdichte absolut perfekt.
Bei den Fliegern gibt es sowas schon länger, dort heißt es TCAS, und aus trauriger Erfahrung weiß man, daß es fatal enden kann, wenn man das nicht beachtet, oder es sogar abschaltet.
Nun höre ich aus den Nachrichten, daß man anhand eines aktuellen schlimmen Unfalls von den LKW's fordert, sie sollten sich mit so einem Warnsystem ausrüsten. Meiner Meinung nach ist die Zeit dafür überreif, es gibt keinerlei technische Probleme, die seit Jahren bzw. Jahrzehnten funktionierenden Systeme TCAS und AIS beweisen es. Mit dem in der Elektronik unausweichlichem Preisverfall wären auch die Kosten kein Problem. Es wäre ein wesentlicher Schritt, die unsäglichen Verkehrsopferzahlen deutlich zu reduzieren.

Die Gebrauchsanleitung hat mir auch verraten, wo das Gerät herkommt: Von hier aus der Metropolregion! Weil ich vorher die weltweit verfügbaren einschlägigen Geräte recheriert habe, weiß ich, daß dieses Gerät für den Freizeitskipper alternativlos* ist. Das gehört wohl zum Spin-Off des alten Max Grundig, der hier einst Europas größte Elektronik-Schmiede hochgezogen hatte. Chapeau! (oder "Kudos!" würde ein Ami sagen).

(*)Alternativlos: Dieses Wort nimmt Markus Söder gerne in den Mund, er kommt auch aus Nürnberg.
weiter

Mit dem Beginn der Ferienzeit kommen immer mehr Radler hier vorbei, einzeln und in Gruppen, die sich hochbepackt mit Zelt, Schlafsack, Isomatte und sonstigen Campingartikeln auf einer längeren Reise befinden, und den Weg neben dem Kanal zur Durchquerung der Metropolregion nutzen. Was Reisende dieser Art brauchen, ist z.B. ein Fleckchen Wiese, um abends das Zelt aufzustellen, und vielleicht eine Toilette. Auch Hinweise auf Läden zur Verproviantierung wären schön. All das gibt es hier nicht, und auch das Stück Wiese neben der Schleuse weist mit Zaun und geschlossenem Tor alle Interessenten ab.
Mir scheint, man ist sich nicht bewußt, welche Bedeutung, vor allem überregionale Bedeutung dieser Kanal mit seinen Begleitstrukturen hat!

weiter

Heute kam eine Péniche vorbei und fuhr in die Schleuse Richtung Donau. Das hat mich an die Fahrt durch die Kanäle in Frankreich erinnert, wo man diesen Schiffstyp noch häufiger sieht. Wenn man den Anblick der großen Motorschiffe und Lastkähne gewohnt ist, kommt einem das wie ein Modellschiffchen vor, trotzem es mit seinen Freycinet-Maßen von 38,5 m × 5,05 m doch ziemlich groß ist. Es hat auch alle Elemente wie die Großen, wenn auch auf 1/3 geschrumpft. In Frankreich, Belgien und Holland existieren noch viele Kanäle, die genau für solche Schiffe gebaut wurden, und werden weiter gut in Funktion gehalten, obwohl sie abgesehen von der Sportschiffahrt keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr haben.

In England gibt es sogar noch funktionable Kanäle mit den Maßen wie der alte Ludwigs-Donau-Main-Kanal. Dort fährt man mit den "narrow boats", solche habe ich in Frankreich und sogar in Deutschland auf dem Main gesehen.

Narrow boat, Schleuse

Man scheint sich in Deutschland schneller als anderswo von vermeintlich unrentablen Industriestrukturen zu trennen, und beweist besonders wenig Phantasie, das auf andere Weise zu nutzen. Insbesondere Franzosen und Holländer beziehen einen Großteil ihres berühmten Lokalkolorits aus den alten Kanälen, und die Franzosen scheinen sogar Geld damit zu verdienen. Diese deutsche Radikalität und gleichzeitige Phantasielosigkeit kann man auch in anderen Dingen erkennen: Mir hat das Herz geblutet, als sich die Nürnberger entschlossen, die ehemalige Bayerische Milchversorgung abzureißen, die Schwabacher sind keinen Deut besser, denn sie haben ihre schöne alte Post abgerissen Siehe hier Ludwigs-Donau-Main Kanal

weiter

Jetzt fand ich endlich Gelegenheit, die Verdrahtung meiner Solarpanels abzuschließen und das Ergebnis zu bewerten. Es entspricht weitgehend den Erwartungen. Bei voller Sonne liefern die Panels insgesamt etwa 10A, obgleich durch den liegenden Mast die mittlere Reihe fast vollständig verschattet ist. Dieser Ertrag ist ziemlich unabhängig von der Richtung, weil jede Reihe in einer anderen Richtung montiert ist. Selbst bei bedecktem Himmel kommt noch bis zu 1A.

Der zugekaufte Regler war jedoch ein totaler Reinfall. Dieses Gerätchen aus chinesischer Produktion mißt die Eingangsspannung der Akkus um 3V zu niedrig, statt 12V nur 9V, entsprechend sind alle anderen Regelparameter um diese 3V daneben, und machen das Teil absolut unbrauchbar. Ich habe das Ding selbstverständlich aufgeschraubt, und fand die Platine durch eine offenbar aus der Produktion stammende Verschmutzung verunreinigt. Ich habe versucht, das zu reinigen, ohne Erfolg.
Ich konnte jedoch sehen, daß das Ding in Bezug auf die Technologie und die allgemeine Herstellungsqualität durchaus up to date ist, bei der speziellen Qualität jedoch total durchgefallen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß während der Herstellung niemand diese Verschmutzung bemerkt hat. Nach unseren Maßstäben wäre das ein Grund gewesen, das Teil aus der Linie herauszunehmen, jeder, der irgendwie damit zu tun hat, hätte das getan. Die Chinesen sind wohl noch nicht so weit, vielleicht liegt es auch an der Hierarchie, daß sich nicht jeder traut, so eine qualitätsfördernde Maßnahme zu ergreifen. Prinzipiell können sie das zweifellos, z.B. die äußerst erfolgreiche Produktion von Smartphones beweist das. Nun sind Solarregler Produkte aus der dritten oder vierten Reihe, bis dahin hat sich das wohl noch nicht ausgebreitet. Da hat die deutsche Industrie noch eine Gnadenfrist, denn den Preiskampf wird sie krachend verlieren.

weiter

Zwei ältere Herren auf Fahrrädern, die eigentlich jeden Tag hier vorbeiradeln, haben mich heute angesprochen und mir eine Tüte mit einer übergroßen Deutschlandfahne geschenkt. Das bemerkenswerte daran war, daß die beiden Herren ihrer Sprache nach möglicherweise nicht deutschen Ursprungs sind. Da haben die sich mit Elan und einer Fahne in die Unterstützung der deutschen Mannschaft in der WM gestürzt, und wurden von dieser Mannschaft bitter enttäuscht. Das ist wahre und aktive Integration!
Ich konnte die Fahne gar nicht ganz auffalten, sie ist mindestens 5m groß. Tatsächlich kann ich auf der Festina Lente sogar eine so große Fahne aufziehen, denn der Flaggstock ist oben auf dem Besan. Theoretisch könnte die Flagge so breit sein, wie der Besan hoch ist, also etwa 11m
Das kann das durchaus eine heikle Frage sein. In den Vorschriften oder besser Empfehlungen ist nur zu finden, daß die Größe der Nationalen der Schiffsgröße "angemessen" sein sollte. Bei den Dänen soll die Nationale mit der untersten Ecke im Wasser schleifen. Wenn man sich da vertut, wird einem womöglich eine unterentwickelte oder auch eine hypertrophe nationale Gesinnung unterstellt. Bisher meinte ich, mit einem 150x90cm großen "Adenauer" ganz gut bedient zu sein, ich sehe nun, das ist steigerungsfähig!
Um meine politische Gesinnung zu zeigen, habe ich mir extra eine blaue Europaflagge besorgt, zu setzen unter der Backbordsaling. Alles leider erst möglich, wenn die Masten stehen.
Nachtrag: Nein, ich habe keine Bayernflagge, jedoch einen "Fränkischen Rechen".

weiter

Ich habe jetzt doch die neue Lichtmaschine, die ich eigentlich als Reserve gekauft hatte, eingebaut. Leider hat diese Lichtmaschine einen fest eingebauten Regler, der von mir modifizierte und einstellbare Regler ist dadurch nicht mehr nutzbar. Die Ausgangsspannung dieser Lichtmaschine ist auf 14,0V fest eingestellt, obgleich theoretisch 14,4V möglich wären. Entsprechend konnte ich maximal 20A Ladestrom messen, obgleich die Lichtmaschine für 65A gut sein sollte. Da muß man noch was ändern!

weiter

Heute habe ich wiedereinmal eine Probefahrt (mit Gästen) gemacht, und die gesamte Länge des Europakais bis zur Schleuse Nürnberg abgefahren. Ganz vorne, etwa gegenüber der Mississippi Queen gibt es doch ein wenig Zerstreuung für die Flußtouristen, ein Paar Bänke, einen Kiosk, und ein wenig lokales Leben mit Spaziergängern und Radfahrern. Ich habe sogar ein Grafitti an der Kaimauer gesehen, eher unscheinbar, und vermutlich nicht von einem weitgereisten Flußschiffer, schon gar nicht vergleichbar mit der Kaimauer von Horta.

weiter

Update von der Bootsrampe: Diesmal waren neben den obligatorischen Karpfen auch ein Vogel, augenscheinlich ein Kormoran, sowie eine Ratte dabei.


weiter

Heute habe ich wiedereinmal die toten Fische auf ihrer Bootsrampe besucht. Als ich diesen gerade nähertrat, baute sich plötzlich ohne erkennbaren Anlaß unmittelbar vor der Bootsrampe eine gut halbmeter hohe Welle auf, und brachte mich dazu, schnell zurückzuspringen. Es handelte sich wohl um eine Interferenz zwischen den vielen Störungen im Hafenbereich, die sich in diesem Winkel besonders hoch aufbaut, eine "Freak Wave" im Miniaturformat. Daß dieses Ereignis hier öfter vorkommt, erkennt man daran, wie hoch der Unrat mit den toten Fischen die Bootsrampe hinaufgespült wird.
Für mich war es ungefährlich, ich hätte mir im schlimmsten Fall nasse Füße geholt. Wenn jedoch gerade jemand die Bootsrampe für ihren eigentlichen Zweck nutzen will um ein kleines Boot zu wassern. kann es leicht Bruch geben. Sehr ungünstig! Hat der Konstrukteur der Schleuse an sowas gedacht?

weiter

Aufgefallen ist mir, nicht zuletzt durch die aktuelle Diskussion zum Rückgang der Arten und Zahlen der Insekten, daß mich, solange ich hier bin, noch nicht ein einziger Moskito gestochen hat, obgleich ich keinerlei Vorkehrungen getroffen hatte. Das ist umso verwunderlicher, als sich unmittelbar südlich anschließend an das Hafengebiet ein sumpfiger Auwald befindet, der mit Tümpeln und Pfützen durchsetzt ist. Da drängt sich der Gedanke auf, daß man das mit Insektiziden erreicht hat, um die Einwohner der umliegenden Siedlungen wie Weiherhaus und Reichelsdorf von dieser Plage zu befreien. Der Kreis schließt sich und erklärt schlüssig nicht nur die toten Fische, sondern auch warum diese von den üblichen Aasfressern verschmäht werden, und ebenfalls die auffällig geringe Zahl von Wasservögeln.
Diese vermeintliche Wohltat trägt mit dazu bei, unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören, und wird uns noch viel kosten, womöglich das Leben!

weiter
21.6.18

Heute kamen wieder etliche Touristen offensichlich von einem Kreuzfahrtschiff an meinem Liegelatz vorbei, diesmal jedoch auf Pedelecs. Sie fuhren nur den Kai auf und ab, bis zu den toten Fischen, angesprochen hat mich keiner. Sie trauten sich wohl mangels Ortskennis nicht allzuweit von ihrem Ausgangspunkt weg. Es ist schon traurig, daß dieser wichtige Haltepunkt der Flußkreuzfahrer so bar jeder touristischer Infrastruktur ist.
Ich denke da an Avignon, wo sich am Stadtkai etwa anschließend an die berühmte Brücke ein buntes Völkchen von Flußfahrern niedergelassen hat. Alte Schiffe, neue Schiffe, abenteuerliche Gestalten, mindestens so interessant wie der Papstpalast oder die Brücke Saint-Bénézet. Sie haben sich auch z.T. an der Hafenmauer verewigt, fast wie in Horta, man staunt, wer da alles vorbeigekommen ist, ein richtiger Blickfang für die Touristen.

weiter
20.6.18

Je mehr ich an dem Schiff arbeite, umso mehr Defekte treten zutage. Es hört nicht auf. Heute habe ich einen Schlauchbinder gefunden, der augenscheinlich gemäß seiner Aufschrift rostfrei ist, aber heimtückischerweise an einer kleinen und verborgenen Stelle abgerostet war. So ein Defekt kann einem das Schiff und womöglich das Leben kosten! Ob der Hersteller sich dessen bewußt ist, wenn er fehlerhaftes Material verarbeitet?


weiter
19.6.18

Die Biologie dieses Gewässers läßt mir keine Ruhe. Es zeigt alle Zeichen einer ziemlichen Überdüngung, also viel, viel zu hoher Nitratgehalt, dazu ständiges Sprudeln von unten (man sieht es nur bei sehr ruhigem Wasser), offenbar Methan aus dem Schlammgrund, und man sieht kaum Wasservögel, bis jetzt habe ich eine einzige Entenfamilie gesehen, auf dieser großen Wasserfläche hätten mindestens 10 Lebensraum und Nahrung gefunden, nur ganz wenige Kormorane und Möven. Insbesondere die toten Fische auf der Bootsrampe ziehen überhaupt keine Vögel an. Nichteinmal die paar Krähen, die man in den Bäumen am Schuttberg hört, interessieren sich dafür. Allein die vielen Schmeißfliegen ziehen Nutzen aus den Kadavern. Ich meine, es wäre wichtig, diesen sehr unvorteilhaften Zuständen mal auf den Grund zu gehen!

weiter
18.6.18

Von den vielen am Europakai liegenden Flußkreuzfahrtschiffen kamen heute ganze Scharen von US-amerikanischen Touristen hier vorbei, weil sie vermutlich in ihrem Ferienprogram ein paar Stunden frei bekommen hatten. Irgendwie muß ich mich da für die Stadt Nürnberg schämen, denn was die da vorgesetzt bekommen, ist ein kloakenmäßiges Gewässer mit toten Fischen und entsprechendem Geruch, und Industrie, vorwiegend Schrottplätze mit zugehörigem Lärm. Was nehmend die für einen Eindruck von dieser Stadt mit nach Hause?
Da war ich im Zentrum des Interesses, offenbar aus Mangel an Alternativen. Man hat mich mehrere Male angesprochen und war sehr interessiert.

weiter
17.6.18

Etwa 50m von meinem Liegeplatz in Richtung Schleuse ist eine Sliprampe für Schlauchboote, dort schwemmen Wind und Strömung allerhand Treibgut zusammen und legen es auf der Rampe ab. Neben dem üblichen Unrat aus Plastikmüll und gesplitterten Hölzern liegen da auch auffallend viele sehr große tote Fische, vor allem riesige Karpfen, aber auch Aale in unterschiedlichen Stadien der Verwesung. Das verströmt ein strenges Gerüchlein, das je nach Windrichtung auch bis zu meinem Schiff reicht. Und auch die zugehörigen Fliegen gelangen mühelos bei jeder Windrichtung bis zu mir und stören mich sehr.

weiter
16.6.18

Gestern abend hat man auf dem Schrottplatz auf der gegenüberliegenden Kanalseite bis spät in die Nacht gearbeitet. Das macht nicht nur einen Höllenlärm, sondern führt auch zu einer geradezu apokalyptischen Szenerie: Die Bagger mit ihren 5 fingrigen Greifern wühlen in dem Schrotthaufen, erzeugen dabei eine Menge Staubwolken, und beleuchten alles mit ihren starken Scheinwerfern. Dieses unregelmäßig zuckende Ballett aus 5 Baggern ging erst Mitternacht zu Ende.
Vormittags bin ich mit den öffentlichen nach Gebersdorf gefahren, um meinen Roller zu holen. Es gibt zwar an der Schleuse Eibach eine Bushaltestelle, aber der Takt ist derartig lang, daß ich zu Fuß zum Bahnhof Reichelsdorf gelaufen bin, es hat mich kein Bus überholt.

weiter
15.6.18

Der Schatzmeister des Yachtklubs zeigt sich wie erwartet sehr versiert, und pfeift seinen Hafenmeister zurück, Ich bezahle die Hafengebühr nach meiner Rechnung in bar ohne jeden Beleg und gut is.
Das Ablegen geht problemlos, der Platz reicht gut. um das Schiff um 180° zu drehen. Ich überlege noch, bei der Ausfahrt Schallsignal (Tröte) zu geben, aber da bin ich schon raus, war sowieso kein anderes Schiff in Sicht- geschweige denn Hörweite.
Dann komme ich nach Jahren wieder mal an eine Schleuse, die Schleuse Nürnberg. Den Kontakt habe ich für Telefon schon vorbereitet, weil mein Funkgerät zwar längst bestellt und bezahlt, aber noch nicht geliefert ist. Die Wartezeit ist nicht nennenswert, vielleicht 10 Min. Ich habe schon die Umlenkrolle der Vorschoot als Mittelklampe vorbereitet, und einen Festmacher mit großer Schlinge durchgezogen. Es gelingt mir auch, das Schiff direkt vor dem angepeilten Poller zum Stehen zu bringen, bis ich aber aus dem Cockpit rausgeklettert bin, und die Schlinge über den Poller werfen kann, ist das Schiff schon so weggetrieben, daß der Poller außer Reichweite ist. Also so schnell wie möglich ein Stück zurück und einen zweiten Anlauf. Ich bin mir bewußt, daß ich unter Beobachtung stehe, der Schleusenwärter schaut mir durch seine Kamera zu, oben steht eine ganz Horde Zuschauer, die aber hoffentlich nicht fachkundig sind und meinen Fehler nicht bemerken. Oben angekommen, sehe ich, daß ganz oben kein Poller mehr ist, über den ich meine Schlinge werfen könnte, und der letzte Poller verschwindet gerade unter Wasser. Da schlinge ich im letzten Moment schnell meinen Festmacher um das Geländer, hinter dem die Zuschauer stehen, und kann gerade noch eine Schleusenkatastrophe verhindern.
Als der Streß vorbei ist, rufe ich die Schleuse nochmal an und frage den Schleusenwärter nach einem Liegeplatz. Er weist mich freundlich auf das Unterwasser der Schleuse Eibach hin, die Verlängerung des Europakais. Dort angekommen sehe ich, es ist ohnehin ein ausgewiesener Liegeplatz. Ich gehe ganz nach vorne an das Ende des Liegebereichs, und mache mit nur zwei Leinen fest, weil die Poller 25m auseinanderliegen, ich kann nur 2 erreichen.

weiter
14.6.18

Wie durch ein Wunder wurde der erst am Vortag bestellte Schlauch schon da. So schnell kanns gehen, wenn alles funktioniert. Den Schlauch zum Schiff gebracht und gleich eingebaut. Mit einem neuen Schlauch keine Kunst, das sofort auf Anhieb dicht zu bekommen! Von dem Meter Schlauch gerade mal 40cm verbraucht, der Rest kommt in den Fundus.
Der Konflikt mit dem Hafenmeister klärt sich nicht, er besteht auf der überhöhten Gebühr. Meine Reaktion darauf ist statt einer beleglosen Barzahlung eine ßberweisung, er gibt mir keine Kontonummer. Dann will ich wenigstens eine Rechnung, er will mir auch das verweigern. Da keimen in meinem Hinterkopf dunkle Gedanken rund um Schwarzgeld und Gemeinnützigkeit, vom Finanzamt ganz zu schweigen, und ich stelle fest, daß meine Position durchaus ihre Stärken hat. Der Hafenmeister erklärt sich auch prompt bereit, seinen Schatzmeister zur endgültigen Klärung des Falles herbeizurufen. Nächsten Mittag ist es soweit, da will ich auch weiterziehen.

weiter
13.6.18

Bei der üblichen Konrolle rund um den Motor mußte ich feststellen, daß das Primär- Kühlwasser ziemlich weg war, und es in der Bilge verdächtig nach Kühlerfrostschutz roch. Mit dem gleich weiterfahren wird es wohl nichts, obgleich ich für eine Nacht bereits bezahlt hatte, indem ich die Hafengebühr im Umschlag im Briefkasten deponiert hatte.
Ein kurzer Probelauf brachte das Problem zum Vorschein: auf der Druckseite, nach der Kühlerwasserpumpe war ein weiterer Schlauch rissig geworden, das Kühlerwasser spritzte nur so raus. Zuerst versuchte ich den Schlauch nachzusetzen, aber sofort nachdem ich den gekürzten Schlauch wieder eingebaut hatte, bekam er am Schlauchbinder einen neuen Riß, also muß ein neuer Schlauch her. Diesmal hatte ich keinen Ersatz im Fundus, daher ging es erstmal zurück nach Hause, um telefonisch so einen Schlauch zu suchen. Leider verlief die Suche negativ, auch eine Spezialfirma, die sonst wirklich alle Schläuche auf Lager hat, enttäuschte mich. Also per Bucht bestellt, und mich auf eine gewisse Wartezeit eingestellt.
Zurück am Schiff wartete schon ein Konflikt in Gestalt des Hafenmeisters auf mich; er erklärte meine Gebührenberechnung nach Schiffslänge für ungültig, weil ja der viel längere Mast mitberechnet werden müsse, und forderte erheblich mehr Hafengebühr. Ich fühlte mich sehr unwohl, einerseits war ich in dem Hafen gefangen, solange das Schiff nicht fahrbereit ist, andererseits belastet mich so ein schwelendes Zerwürfnis doch sehr. Daher habe ich erstmal im Internet genau recherchiert, wie eigentlich der Begriff "Schiffslänge" genau definiert ist, und Aufschlußreiches gefunden. Es ist wirklich nur das Schiff, bewegliche Teile wie Steuerruder, Anker und eben auch Ladung sind ausdrücklich ausgeschlossen. Das hat meine Moral wieder etwas aufgerichtet.

weiter
12.06.18

Heute habe ich den Hafen Fürth verlassen und habe mich ein Stück nach Süden bewegt. Eigentlich wollte ich an an einem kleinen Steg unweit der Ansbacher Str. anlegen, den ich vorher in Google Maps extra nochmal aufgesucht hatte. Leider habe ich ihn nicht mehr gefunden, man hat ihn wohl mittlerweile abgebaut. Es blieb mir nichts übrig, als bis zum Sportboothafen Gebersdorf weiterzufahren. Der alte Platz am Mittelsteg war frei, das Anlegen hat ganz gut geklappt. Der Hafen war total menschenleer.

weiter
08.06.18

Unmittelbar vor mir hat ein großes Schiff aus Holland festgemacht. Der Kapitän hat mich sofort angesprochen und mich als erstes gefragt, ob ich Strom bräuchte. Das habe ich mit Freuden und Dankbarkeit angenommen, denn das hat sofort meine Stromprobleme gelöst, ich konnte meine Starterbatterie wieder ganz vollladen. Der holländische Kapitän hat auch seine Kabeltrommel zur Verfügung gestellt, weil meine allein zu kurz war. Ein sehr freundlicher Mensch!

weiter
07.06.18

Beim Probelauf zeigte sich, daß der zurückmontierte Kühlerschlauch nicht dicht war. Er war auch schon ziemlich hart und hat entlang dem Schlauchbinder einen Riß -> neu! Tatsächlich fand sich im Schiffsfundus ein passendes Stück Universalkühlerschlauch, das gerade für diesen Zweck reicht. Also diesen Schlauch passend zurechtgemacht, mit viel Vaseline und sanfter Gewalt über die eigentlich zu großen Stutzen geschoben, Schlauchbinder drüber -> dicht.

weiter
06.06.18

Schon geht es los mit den Problemen: Es gibt einen Defekt an der Lichtmaschine, sie zieht über B+ Strom aus der Batterie, was ja nicht sein darf, und hat über Nacht die Starterbatterie ziemlich leergezogen. Einzig mögliche Erklärung: Die Gleichrichter in der Lima sind defekt. Also Lima rausbauen. Dazu muß vorher ein Kühlerschlauch abgebaut werden. Lima nach Hause schaffen, dort gibt es mehrere Limas, aber keine paßt in den Halter am Motor. Also aus einer den Diodenträger rausgelötet, und in die alte Lima reingelötet. Zur Sicherheit gleich im Internet einen neue Lima bestellt. Am Schiff die reparierte Lima wieder eingebaut, Kühlerschlauch wieder angebracht.
Gottseidank war dieser Tag mit viel Sonne, die leere Starterbatterie mit dem einen beweglichen Solarpanel wieder einigermaßen auf Spannung gebracht.

weiter
5.6.18

Endlich im Wasser! Nach endlosen Verzögerungen ist dieser wichtige Anfang vollzogen.
Der Motor sprang schön an, was nach 4 Jahren Standzeit nicht selbstverständlich ist. Wir hatten ja auch noch auf dem Trockenen einen Problauf mit Kühlung per Gartenschlauch durchgeführt. Ich habe auch gleich nachdem Deckshaus und Masten am richtigen Ort waren das erste Manöver nach so langer Zeit durchgführt: das Boot vom nördlichen Ende des Hafens Fürth zum Südlichen verlegt. Gottseidank ist das ohne Ehrenrunde in einem Zug über die Bühne gegangen.

weiter


©

Ame,M,p,hmp