FESTINA LENTE 

Sur le Pont d’Avignon L'on y danse, l'on y danse Sur le Pont d’Avignon L'on y danse tous en rond    An der Schleuse Eibach
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Reiseblog Heimaturlaub


Der Deutsche Entwicklungsdienst hatte für seine frischen Entwicklungshelfer ein ausgeklügeltes Programm, um sie an Land und Leute zu gewöhnen, bevor der Ernst der Entwicklungshelfertätigkeit richtig losgeht, und im Rahmen dieser Vorbereitung hatte ich bei einem anderen Entwicklungshelfer, der schon länger im Lande war, zwei Wochen zu hospitieren. Damit ich dort richtig ankomme, wurde ich mit dem DED-Bulli nach Anchovy am anderen Ende der Insel gefahren, eine Distanz von vielleicht 120km, mit dem Versprechen mich danach wieder abzuholen.
Ich habe mir alles pflichtgemäß genau angesehen und auch ein wenig mitgemacht, es war letztlich so wie mein vorgesehener Arbeitsplatz, ein Schulkomplex, und der Entwicklungshelfer hielt dort Berufsschuluntericht für Radio- und Fernsehtechnik. Im Unterschied zu DE machte er auch die praktische Ausbildung, so daß er eigentlich nur eine Klasse betreute, die jedoch über sehr viele Stunden. Aufgefallen ist mir dabei, daß seine Ausstattung mit Meß- und Demonstrationsgeräten zwar nagelneu, aber für meine Begriffe hoffnungslos veraltet war, aus neuester US-amerikanischer Produktion, gestiftet vom American Peace Corps, nach meinen Begriffen Stand der Technik von 1930. Ich wußte zwar, daß es sowas gibt, aber da sah ich zum ersten- und einzigen Mal ein regelbares Netzteil, 0-400V, ausschließlich mit Röhren bestückt. Wie man das zusammen mit Transistorradios einsetzen sollte, war mir durchaus unklar. Auch Röhrenvoltmeter waren mir ein Begriff, aber das hatte ich längst hinter mir gelassen, es gab damals schon weit Besseres und Billigeres mit Halbleitern. Die US-Techniologie ist offenbar gespalten, einerseits fliegt man zum Mond, anderseits produziert man um 50 Jahre veraltete Geräte?

Eisenbahnnetz in Jamaica vor 1992

Zum Ende meines Aufenthalts in Anchovy hat man mir eröffnet, ich müsse leider selbständig zurück nach Kingston kommen, im DED-Büro wäre kein Fahrzeug frei. Ich sah da kein Problem, denn damals war die Eisenbahnlinie quer und längs durch Jamaica noch in vollem Betrieb, und es gab am Ort eine Bahnstation. Ich mußte früh aufstehen, um zum Abfahrtstermin am Bahnhof zu sein, war aber kein Problem, der Zug hatte ohnehin 1/2 Stunde Verspätung.

Zunächst gab es keinen Anlaß zu irgendwelcher Besorgnis. Der Zug sollte nachmittags in Kingston ankommen, und ich konnte das damals für mich noch exotische Leben im und rund um den Zug genießen. Erst als es dämmerte, und Kingston immer noch nicht erreicht war, wurde ich etwas unruhig. Schließlich wurde es finstere Nacht, und wie man weiß, sind tropische Nächte besonders finster. Nun liegt in Kingston der Bahnhof unten am Hafen, und die in tropischen Städten unvermeidlichen Slums zogen sich zwischen Bahnlinie und Ufer einige Kilometer entlang, ich wußte zwar, daß Kingston damals die Kriminalitätshauptstadt der Welt war. aber daß der Bereich rund um den Bahnhof das Zentrum der Kriminalität in Kingston war, wußte ich nicht. Ich wanderte also völlig unbekümmert in finsterer Nacht quer durch das gefährlichste Viertel dieser Welt mit meinem Köfferchen in der Hand zum Busbahnhof, fand tatsächlich die richtige Bushaltestelle, war froh daß der letzte Bus noch nicht weg war, und kam richtig im DED-Büro an.


Es ist gerademal Anfang Mai, und das Eis in der Strait of Belle Isle ist schon so gut wie weg, sehr früh in diesem Jahr.

Vor allem kommt man jetzt an den Archäologiepark L’Anse aux Meadows auch von See her heran. Diese Ansteuerung ist keine der einfacheren Art. Zunächst ist das ein Tidengewässer, und die Fundy Bay mit ihrem weltweit höchsten Tidenhub von 21m ist nicht allzuweit entfernt. Ganz so wild ist es nicht, für Cooks Harbor ist gerade mal 1,2m angegeben, das entspricht dem Tidenhub an der Ostküste von Neufundland, und in Red Bay, innerhalb der Strait of Belle Isle ist es auch nicht anders. Schwieriger sind die Verhältnisse vor Ort. Insgesamt ist das ein ausgedehntes Flachwassergebiet, in dem es möglicherweise vom Tidenstrom ausgeschwemmte Kanäle oder Priele gibt. Die Wikinger mit ihren flach gehenden Booten konnten da ganz bequem drauflosfahren, die Festina Lente mit 1,8m Tiefgang hat da sehr wohl Probleme. Wenn man sich die verschiedenen online zur Verfügung stehenden Karten zu Gemüte führt, findet man in der Navionics Webapp tatsächlich ein betonntes Fahrwasser bis zu einem Anleger genannt "L’Anse aux Meadows". Allerdings gibt Navionics am Anleger nur eine Wassertiefe von 1,8m an, das ist äußerst knapp.

Das Kartennull, auf das diese Tiefe bezogen ist, wird allerdings nur selten bei Springtide erreicht, man muß also den aktuellen Tidenkalender unbedingt zu Rate ziehen, bevor man dorthin fährt. Des weiteren ist diese Betonnung durchaus zweifelhaft, denn die tatsächliche Küstengestalt einschließlich des Steges schaut nach den sehr genauen und hoch aufgelösten Luftbildern in Google Maps und Bing (Opensaemap) etwas anders aus, zudem ist auf den Luftbildern von der Betonnung nichts zu sehen. Man hat da schon den Eindruck, daß auf den detailreichen Navionics-Karten eine Genauigkeit vorgespiegelt wird, die es in der Realität nicht gibt. Außerdem ignoriert Navionics fast alles, was jenseits der Küstenlinie liegt, Das Land ist damit eine "terra incognita", während in Openseamap jedes Haus, jeder Pfad, jede Straße und natürlich der Archäologiepark minutiös eingezeichnet ist, sehr genau, wie die Erfahrung andernorts längst gezeigt hat.
Immerhin zeigt Navionics noch eine Alternative auf, in "Epaves Bay" direkt vor dem Archäologiepark ist in akzeptabler Entfernung zum Strand eine Wassertiefe von 3m angegeben, Nach meinen bisherigen Erfahrungen verspricht das guten Ankergrund. Das scheint in jeder Hinsicht die bessere Ansteuerung zu sein.
Was man nun tatsächlich macht wird in erster Linie vom Wetter und von der Tide abhängen, und man wird diese Gewässer nur unter schärfster Beobachtung des Echolots befahren. Und diesen Weg sind offenbar auch die Wikinger gegangen, es ist die authentische Ansteuerung!


Das Eis in der Strait of Belle Isle löst sich dieses Jahr schneller auf als in früheren Jahren. Obgleich es noch immer April ist, könnte man schon jetzt die Durchfahrt wagen.

Das würde jedoch keinen Sinn machen, solange es weiter nördlich nicht weitergeht, die Baffin Bay erlaubt noch keine Weiterfahrt. Allenfalls die Grönländische Westküste könnte man befahren, sie ist ohnehin den ganzen Winter eisfrei. Ich denke jedoch, wenn man schon in Neufundland ist, sollte man auch L’Anse aux Meadows mit seiner Wikingersiedlung besuchen, denn auch der Ausgangspunkt dieser Seefahrer in Qassiarsuk (Brattahlíð) ist ganz sicher einen Besuch wert, und erst wenn man beides verbinden kann, entsteht der richtige Eindruck. Die Wikingerschiffe in Oslo habe ich schon gesehen, und ich bin auch segelnder Weise dorthingekommen, wenn auch vor Jahrzehnten, ein prägendes Erlebnis. In L’Anse aux Meadows und Brattahlíð wäre das eine wichtige Ergänzung, fehlt nur noch Island, vielleicht komme ich da auch noch hin. Ja, und den Normannendom in Palermo habe ich auch schon mal gesehen, den will ich bald nochmal besuchen. Da wird einem die gewaltige Spannweite der Reisen und die ungeheure nautische Leistung der alten Wikinger erst richtig klar.
An der Hagia Sophia mit ihren Runen-Grafitti mußte ich leider vorüberfahren, ich habe das Gebäude nur vom Wasser aus gesehen.


Durch Corona wird mein Heimaturlaub so nach und nach zur Internierung und Zwangsaufenthalt, schon der zweite Fluchtversuch wurde abgesagt. Da werde ich nochmal 4 Wochen dranhängen müssen!

Um der Gefangenschaft wenigstens in Gedanken zu entfliehen, schaue ich mir das aktuelle Wetter an der Amerikanischen Ostküste an. Mein Plan ist ja, in der Gegend von Beaufort/NC zu überwintern, und dann gemütlich den ICW entlang zu bummeln, da könnte man schon in der Gegend von New York angekommen sein. Da ist es natürlich noch ein wenig kühler als in NC, aber mittags schon über 20°C, ganz passabel. Nachts noch ziemlich schattig, zwar kein Frost, aber ohne Heizung wird es nicht gehen. Dafür ist es am St.Lorenz noch viel zu ungemütlich, jetzt schon dorthinzufahren macht keinen Sinn, weil die Strait of belle Isle noch mit Treibeis dicht ist. Man wird sich daher noch eine Weile in der Umgebung von NY oder weiter südlich herumtreiben, langweilig wird es bestimmt nicht!


Als frisch examinierter Mediziner und ebenso frisch geschiedener Vater mit kleinen Kindern hat man für ein Urlaubsziel, das man mit Wohnmobil anfahren kann, gewisse Präferenzen. Ich meine die ideale Stelle an der Côte d'Argent am Étang de Cazaux gefunden zu haben. Dort gibt es die Kombination eines großen Naturschutzgebietes mit militärischem Sperrgebiet, das einen recht großen See einschließt, der nur an einer kleinen Stelle für das Publikum zugänglich ist, dort aber ein konkurrenzlos sauberes Wasser hat, das im Sommer badewannenwarm wird. Zudem ist das Ufer sehr flach mit sauberem Sandgrund, ideal für Kinder darin zu plantschen. Und davor eine Wiese unter Bäumen, wo die Gendarmerie das dauernde Parken mit dem Wohnmobil erlaubt, und die Gemeinde hat auch noch ein paar Dixieklos aufgestellt, ein Paradies! Leider gibt es das nicht mehr, nirgends in ganz Europa. Jedoch hat mich das veranlaßt, mehrere Male dorthin zu fahren, und die sehr weite Anreise in Kauf zu nehmen. Weil dort das Meer ganz in der Nähe ist, bläst dort häufig ein sehr guter Surfwind, der zwar am Strand durch die Bäume kaum zu spüren ist, aber draußen auf dem See die volle Stärke erreicht. Da habe ich mein Surfbrett aufgeriggt, einen Sinker¹ mit hochgeschnittenem Segel. Man muß dort gut 100m hinauslaufen, bis man das knietiefe Wasser erreicht, das einen Strandstart² erlaubt, dort blies schon der kräftige Wind, das schönste Surfvergnügen!

Étang de Cazaux, Côte d'Argent

Da waren neben mir trotz der perfekten Bedingungen gerade mal 4 andere Surfer auf dem Wasser, ich mußte neben den Kindern auch die anderen Surfer stets im Auge behalten, damit man niemand über den Haufen fährt, was bei dem Tempo übel ausgehen kann. So ist mir gleich aufgefallen, daß einer fehlte. Wenn man den anderen Surfer nicht mehr sieht, fährt er vielleicht gerade im toten Winkel mit Höchstgeschwindigkeit auf einen zu. das erfordert sofortige Klärung! Ich habe das Surfbrett mit dem im Wasser liegenden Segel auch gleich entdeckt, aber von dem Surfer keine Spur. Nachdem die Entfernung zum Land doch einige 100m waren, konnte da was nicht stimmen, so bin ich erstmal hingefahren. Aus der Nähe war es zu erkennen, der zugehörige Surfer lag im Wasser, nur die Schulterblätter bildeten einen flachen Buckel, durch den Surfanzug schwarz, kaum zu sehen, bewegungslos. Ich habe gleich daneben mein Segel ins Wasser geworfen, reingesprungen, um erstmal den Kopf aus dem Wasser zu bringen. Ich habe dann versucht, die Person auf mein Surfbrett zu ziehen, aber wenn ich auf meinem Sinker sitze, geht mir das Wasser bis zum Bauch, mit dem Oberkörper einer total schlaffen Person auf dem Schoß wird das auch noch total kippelig.
Da gingen mir sofort die frisch gelernten Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Kopf, die Diagnostik habe ich noch hinbekommen, keine Atmung, kein Puls, aber weder Herzdruckmassage noch Mund-zu-Mundbeatmung waren möglich, schon beim Versuch wäre alles ins Wasser gekippt. Als einzig mögliche Maßnahme fiel mir ein Schlag auf das Brustbein ein, ich nahm meine ganze Kraft zusammen, um aus dieser sehr ungünstigen Position heraus einen ordentlichen Rumms zustande zu bringen.
Schon nach dem dritten Schlag kam der Erfolg, die Person, eine Frau, das sah ich erst jetzt, holte tief Luft, schlug die Augen auf, und geriet sofort in Panik. Sie schob mich mit aller Kraft weg, und begann panisch in Richtung Land zu schwimmen. Ich sah keinen Sinn darin, jetzt einzugreifen, und fuhr nur nebenher damit ich im Notfall nochmal was tun könnte. Inzwischen hatte sich auch an Land eine gewisse Aufregung breitgemacht, ein Mann kam über das flache Ufer auf die Frau zu, und führte sie an den Strand. Damit war mein Part beendet.

Später hörte ich, die Frau hätte unter epileptischen Anfällen gelitten und eben deswegen gar nicht aufs Wasser gehen dürfen. Ihr Mann wollte eben nur kurz mal zur Toilette. Später mußte dann doch der Krankenwagen kommen um sie in die Klink zu bringen, offensichtlich hatte sie doch reichlich Wasser in die Lunge und damit eine Lungenentzündung bekommen, das war wirklich knapp!

(¹) Ein Sinker ist ein besonderes Surfbrett mit zuwenig statischem Auftrieb. Bei normaler Belastung im Stillstand geht es unter, es "sinkt". Um an der Wasseroberfläche zu bleiben, braucht es dynamischen Auftrieb, also Geschwindigkeit. Weil das Volumen und damit die Oberfläche klein ist, kommt es besonders leicht ins Gleiten, ist dadurch besonders schnell und macht viel Spaß. Bedingung ist natürlich ausreichend Wind!
(²)Ein Strandstart ist eine besonders bequeme Art, den Windsurfer in Gang zu bringen: Man richtet das Segel auf, und steigt einfach aus dem knietiefen Wasser auf das Brett. Weil man schon Druck im Segel hat, geht es sofort los.

Nachtrag: Am anderen Ende des Sees konnte man in der Ferne große Flughafengebäude sehen, und ich wußte, daß die Franzosen dort ihre Atombomber stationiert hatten. Auf den Michelin-Karten, die ich immer dabei hatte, war da nur eine weiße Fläche. Und gelegentlich flogen diese Atombomber für Übungsflüge über unsere Köpfe hinweg, Heute werden von dort aus die europäischen Parabelflüge durchgeführt, womit die ESA ihre Astronauten trainiert.

Wer jemals auf einer Insel gewohnt hat, kennt den "Inselkoller": Nix wie weg. Auch wenn man sonst einen eher geringeren Aktionsradius hat, erzeugt allein das Vorhandensein einer harten Grenze das dringende Bedürfnis, diese zu überschreiten. Obgleich Jamaica eher groß ist, weitaus größer als meine üblichen Ausflüge in DE vor oder nach meinem Aufenthalt dort, sah ich mich gezwungen, die Insel bei jeder Gelegenheit zu verlassen.

Haiti, Baie de Port-au-Prince

Einer der ersten Ausflüge dieser Art ging zur nächst gelegenen Insel: Haiti. Das war noch zu Zeiten des berüchtigten "Baby Doc" und seinen Tontons Macoute. Nachdem ich schonnmal Ostberlin kennen gelernt hatte, konnte mich das nicht schrecken, zudem Ausländer nicht als gefährdet galten, und ich gegen VooDoo immun bin.

Port au Prince ist wie alle tropischen Städte an einer wunderschönen Bucht gelegen mit Hügeln im Hintergrund, an denen sich die Stadt emporzieht. Wie überall wohnen die reichen Leute oben, Stadtzentrum mit Hafen unten, in beiden Richtungen ziehen sich entlang der Uferstraße die Slums viele Kilometer weit an der Bucht entlang. Slums sind etwas, was der gemeine Bundesbürger nicht kennt, sich nicht vorstellen kann. Da leben Menschen, ganze Familien in einem Gestell aus Latten und Brettern, notdürftig mit einer Plastikplane vor Regen geschützt, wer eine Blechtafel als Dach hat, ist schon privilegiert. Zum Kochen hat man ein paar zusammengestellte Steine, als Energiequelle dient alles, was irgenwie brennbar ist.
Radial kommen da ursprünglich gut geteerte Straßen von den Hügeln herunter, und münden in die Uferstraße. Je weiter man nach unten kommt, umso schlechter wird der Zustand dieser Straßen, bis hin zu badewannengroßen Löchern, in denen sich Wasser sammelt. Die Bewohner des Slums holen sich ihr Wasser aus diesen Löchern, waschen ihre Wäsche darin, und viele kleine nackte Kinder baden darin. Bei genauerem Hinsehen, erkennt man, daß diese Tümpel aus den Gullies am Straßenrand gespeist werden, die das Wasser nicht etwa schlucken, sondern in kleinen Rinnsalen ausspucken.
Wenn man die Konstruktion eines Abwassersystems kennt, weiß man sofort, daß die Kanalsammler, die das Wasser von den Hügeln und den dort residierenden reichen Vierteln ungeklärt zum Meer herableiten mindestens verstopft, aber wahrscheinlich zerbrochen sind, und sich das Abwasser nun das letzte Stück bis zum Meer oberirdisch quer durch das Slum zum Meer bahnt.
Das dürfte weltweit den größten Kontrast zwischen Arm und Reich darstellen, und die wirklich unterste Kategorie, in der Menschen leben. Nachdem Haiti in 2010 ein schweres Erdbeben erleben mußte, dürften sich die Zustände nochmals verschlechtert haben. Seit Jahrzehnten schweigt die Welt dazu, und den Flüchtlingen auf Lesbos geht es im Vergleich dazu blendend.


Der Frühling ist nun in vollem Gange, die Natur legt ein strammes Tempo vor, und alles, was blühen will und kann, läßt sich nun nicht mehr aufhalten. Mein mittlerweile schonmal verschobener Rückflug zum Schiff scheint zunehmend fraglich, womöglich muß er nochmal um einige Wochen in den Sommer hinein verschoben werden. Es ist ähnlich wie im Sommer '18, als ich wg. Niedrigwasser nicht abfahren konnte, jetzt hält mich Corona fest.

Wie damals schaue ich mir die wichtigen Karten von den Orten an, wo ich nach meinem ürsprünglichen Fahrplan eigentlich sein wollte.
Wenn man von Süden kommt geht der Einstieg in die NWP durch die Strait of belle Isle, die Wasserstraße zwischen Labrador und Neufundland. Entsprechend der Jahreszeit ist sie noch mit Treibeis dicht verschlossen, nichts für ein Schiff ohne Eisklasse. Mit einer problemlosen Befahrbarkeit kann man erst nach dem 15. Mai rechnen, von der globalen Erwärmung ist hier nichts zu sehen.
Man würde sich daher Zeit lassen, sich noch einige Wochen weiter südlich aufhalten, wo es hoffentlich wärmer ist.
Auch nach dem 15. Mai wird das Meer vor dem Ausgang der Strait of belle Isle nicht eisfrei sein, denn das ist die Iceberg-Alley, eine Kolonne von großen Eisbergen, die in ununterbrochener Reihe von den Gletschern in Nordgrönland mit dem Labradorstrom in den Atlantik hinaustreiben. So einem Eisberg ist seinerzeit auch die Titanic zum Opfer gefallen.
An der äußersten nord-östlichen Spitze von Neufundland findet sich auch s ,die Wikingersiedlung aus dem Jahre 1000. Warum die Wikinger ausgerechnet an dieser durch das Eis meistens unereichbaren Stelle die erste Europäische Siedlung in Amerika gegründet haben, ist mir nicht verständlich.


Corona betrifft mich selbstverständlich auch wie alle Menschen. Nur, ich muß zugeben, die Gegenmaßnahmen wie Shut-down und Kontaktsperre tun mir nicht sehr weh, ich habe kein Problem das einzuhalten. Zwei Dinge merke ich schon deutlicher, einmal wurde mein bereits gebuchter Rückflug abgesagt, und die Baumärkte hier sind geschlossen. Den Rückflug habe ich nun ein Stück nach hinten verschoben, weil ich keine festen Termine habe, fällt mir das nicht schwer, und bei meinen Tätigkeiten rund ums Haus bin ich auf die Materialien beschränkt, die ich schon hier habe, der Nachschub stockt.

Was mir jedoch viel stärker auffällt, ist der Einfluß der Maßnahmen auf die Natur. Unsere Selbstbeschränkung verschafft dem Planeten eine Atempause. Mit dem momentan fast sommerlichen Wetter haben wir einen richtig makellos blauen Himmel, die weißen Streifen, die ihn sonst kreuz und quer zerschneiden, fehlen völlig. In der Nacht hat der Himmel nicht nur zur Beobachtung des Supermondes ein Klarheit mit einer Fülle von Sternen, die ich zuletzt nur auf hoher See, weitab von menschlichen Siedlungen erlebt habe, früher in der Nähe einer Großstadt unerhört.

Man erkennt nun viel deutlicher, was an unseren Tätigkeiten wirklich wichtig und was verzichtbar ist. Trotz der Einschränkungen leben wir, und das nicht wirklich schlecht. Daß die Beschränkungen mit der vorösterlichen Fastenzeit zusammenfallen ist zwar Zufall, zeigt aber Parallelen auf. Es ist ja eine alte Weisheit, daß Fasten unserer Gesundheit zuträglich ist, das gilt offenbar auch für die Natur und den gesamten Planeten. Ich finde schon erstaunlich, wie wir beinahe auf die Hälfte unseres Wirtschaftsumsatzes verzichten können, ohne daß alles unmittelbar zusammenbricht. Es scheidet sich in auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Spreu vom Weizen. Es scheint mir, daß ein großer Teil der bisher als wichtigt eingeschätzten Tätigkeiten eigentlich tote Kreisläufe betreffen, ja mit ökonomischer Onanie bezeichnet werden können, andere Dinge, die in unserem Wohlstandsrausch ihre ursprünglich sehr wohl als bedeutungsvoll akzeptierte Rolle verloren haben, nun ihre alte und ihnen offensichtlich natürlich zukommende Rolle wiedergewinnen, wie etwa unser Gesundheitswesen.
Ich hoffe, daß dieses uns von der Natur auferlegte Heilfasten zu dauerhaften Erkenntnissen führt, wie wie mit uns selbst und unserem Planten umgehen sollten!


Wer jemals als Patient oder Besucher in meiner alten Zahnarztpraxis war, dem ist sicher der monumentale Zahn aufgefallen, der dort im Wartezimmer steht. Hier nun die Geschichte dazu:

Vor vielen Jahren habe ich mal im Fernsehen ein Aktionskunst-Festival gesehen, bei dem die Akteure vor laufender Kamera mit der Kettensäge aus dicken Baumstämmen Kunstobjekte geschaffen haben. Mir war sofort klar, daß dieses eine enge Verwandschaft mit der Arbeit eines Zahnarztes hat, der ja auch ästhetische Objekte aus dem Nichts erzeugt, wenn auch nur im Miniaturformat. Passend dazu gab es gerade bei dem lokalen Discounter eine Kettensäge als Sonderangebot, da habe ich erstmal zugegriffen, Dann passierte einige Jahre lang in diesem Zusammenhang nichts, die jungfräuliche Kettensäge schlummerte im Keller.

An der Rennmühle, unmittelbar neben der Zufahrt stand damals eine richtig dicke, alte Linde, Stammdurchmesser sicher über 2m, vermutlich viele 100 Jahre alt. Bei der Neuanlage der Kläranlage und Neuverlegung des Hauptabwasserkanals hat die Stadt Schwabach das gut meterdicke Rohr genau unter der Linde durch deren Wurzelwerk hindurchgepreßt, daraufhin ist im nächsten Jahr in einer ruhigen, warmen Frühsommernacht der Stamm geborsten, und die Teile sind jeder in einer anderen Richtung auseinandergefallen, und haben dabei etlichen Schaden an Autos und Gebäuden angerichtet. Am drauffolgenden Morgen habe ich das Chaos besichtigt.
Als ich dann zwischen den mächtigen, tonnenschweren Ästen herumkletterte, jeder so dick wie sonst ein ganzer Baum, fiel mein Blick auf eine riesige Drillings-Astgabel.

Was dann folgte, kann man nur als eine göttliche Offenbarung bezeichnen: Von einer Sekunde auf die nächste wußte ich exakt, was ich zu tun hatte, Das ganze Bild bis hin zum Endprodukt lag klar vor meinem inneren Auge. Umgehend holte ich die Kettensäge aus dem Keller und begann die Astgabel zu bearbeiten. Schnell, genauso wie ich es gesehen hatte, habe ich die Überschüsse abgetrennt und die grobe Form herausgearbeitet. Dadurch war das Ding schon ein ganzes Stück leichter, wenn auch noch über eine halbe Tonne schwer, aber mit genügend manpower und einem Kleinlaster konnte ich es nach Hause holen. Dort habe ich mich dann mit weiterem grobem Werkzeug wie etwa einem Winkelschleifer an die Feinarbeit gemacht.

Nach einem Wochenende Schleifarbeit kam die zweite Offenbarung. Derartige Arbeiten pflegen sich asymptotisch ihrer Vollendung zu nähern. Das heißt, man erreicht das Ziel niemals, man findet immer irgendwelche Kleinigkeiten, um das Ergebnis noch zu verbessern. Gewöhnlich kommt das Ende willkürlich, weil etwa die verfügbare Zeit abgelaufen ist. Hier war jedoch nichts derartiges, gewissermaßen mitten in der Arbeit überkam mich die Erkenntnis: Jetzt ist es fertig! Ich habe sofort das Werkzeug aus der Hand gelegt. Später habe ich noch einen Rollenuntersatz dazugebaut, und seither steht der Holzzahn als Blickfang im Wartezimmer.


Ich habe mich an einen Seiltrick erinnert, mit dem man früher zum Beladen von Schiffen auch schwerste Fässer über eine steile Rampe auf einfache Weise an Bord bekam. Und siehe da, es funktioniert, und ich kann sogar ganz alleine die schweren Stammabschnitte die steile Böschung hochziehen!
Da wird erkennbar, daß nautische Kenntnisse und Fertigkeiten sogar bei der Waldarbeit hilfreich sind!


Etwa zur Halbzeit meines Aufenthaltes in Jamaica, als ich schon richtig akklimatisiert war, hatten wir Gäste aus USA, und um denen mal das tropische Dolce Vita richtig vorzuführen, haben wir ein Auto gemietet und sind nach Negril gefahren. Damals war das noch ein Geheimtip, ein Strand, der sich mit seinen Qualitäten mit den berühmtesten Stränden dieser Welt messen konnte und nicht verloren hätte. Wir haben uns in einem kleinen Hotel eingemietet und Touristen gespielt.
Weil es eben ein Geheimtip war, hielten sich die weiteren Zerstreuungsmöglichkeiten in sehr engen Grenzen: Der Strand war wirklich toll, aber sonst gab es nicht viel. Da haben wir uns abends zu einer Krabbenjagd aufgemacht. Die karibischen Landkrabben sind von beeindruckender Größe, quer rüber können sie 40cm groß werden, und haben entsprechend dimensionierte Scheren oder besser Zangen, wenn man da einen Finger reinbringt wird es mindestens blutig, wenn einem nicht sogar der Finger abgekniffen wird. Sie wohnen zuhauf im Sumpf hinter der Straße und wechseln Abends und Nachts über die Straße, um den Strand nach Genießbarem abzusuchen.
Weil wir nichts besseres gefunden haben, mußte ein großer Kissenbezug als Krabbenbehälter herhalten und kam in den Kofferraum unseres Leihwagens. Jeder nahm ein Handtuch mit, und so sind wir langsam die Landstraße entlanggefahren. Wenn die Krabben im Scheinwerferlicht auftauchen, suchen sie nicht etwa das Weite, sondern bleiben stehen und strecken abwehrbereit ihre Klauen in die Höhe. Da wirft man ein Handtuch drüber, die Krabbe packt da fest hinein, und man kann sie bequem und gefahrlos im Kissenbezug verstauen. Man rechnet 2-3 Krabben pro Person, und die hatten wir schnell beieinander.
Zurück im Hotel nahmen wir eine Kochplatte und einen großen Topf mit Wasser, und fertig war das Krabbenfondue. Aus dem Bordwerkzeug des Leihwagens hatten wir noch eine Kombizange zum Aufknacken der Scheren. Als das Wasser endlich kochte, mußten die Krabben nacheinander etwa 5 Minuten darin baden, währenddessen wurde die vorherige gemeinschaftlich verzehrt. Der eigentliche Krabbenkörper enthält nichts Genießbares, aber die Beine konnte man abbrechen und auszuzeln, die Scheren enthielten das meiste, durchaus gut schmeckende Fleisch mit leichtem Fischgeschmack.
Insgesamt war das Ganze jedoch mehr ein gesellschaftliches Ereignis mit hohem Unterhaltungswert als ein sättigendes Abendessen. Hätten wir uns wirklich auf diese Weise ernähren müssen, wären wir darüber verhungert. Das Zimmermädchen hat sich am nächsten Tag bitter beschwert ob des auf seltsame Weise stark verschmutzten Kissenbezuges. Und als ich später nach diesem Abenteuer den Leihwagen zurückgeben wollte, und vorher nochmal in den Kofferraum sah, streckte mir eine überlebende Krabbe wehrhaft ihre Scheren entgegen. Weil ich kein Handtuch parat hatte, machte ich den Kofferraum wieder zu und gab den Leihwagenleuten einen Anlaß zur Verwunderung.


Baumfällen am Steilhang. Der Stamm ist in den Mühlenkanal gefallen und muß zum Aufschneiden mit Gewalt und einem Hebezeug aus dem Wasser gezogen werden. Wie ich die Meterstücke dann den Hang hinaufbekomme, weiß ich noch nicht.


Daß hier ganz nahe am Haus ein Eichhörnchen zugange ist, habe ich schon im Herbst bemerkt. Ich habe ihm auch extra Nüsse hingelegt, aber das Tier hat lieber von den Holzschwämmen an den Baumstümpfen genascht. Jetzt erst hat es sich von den Nüssen locken lassen, und ich konnte es auch fotografieren, weil es kaum Notiz von mir nimmt. Vielleicht ist es ein weibliches Tier, da werde ich ihm einen hübschen Kobel hinstellen!


Jetzt erreichte mich diese Nachricht:

Eigentlich war es zu erwarten, warum sollte es mir besser gehen als anderen? Es ist zwar bis zu meinem bereits gebuchten und bezahlten Rückflug noch einige Zeit hin, aber es könnte schon sein, daß sich mein Heimaturlaub zwangsweise verlängert.


Dem Wetterbericht entsprechend haben wir nun ein paar warme Tage mit Mittagstemperaturen um 20°C, und schon drängt die Natur mit Macht aus den Startlöchern. Die Anzeichen werden stündlich deutlicher, in den Wiesen zeigen sich die Krokusse als Farbtupfer, nicht nur im Stadtpark, auch in der freien Natur. Die Narzissen stehen schon lange vor Ostern in voller Blüte, die Forsythien zeigen überdeutlich ihre gelben Blüten, und es gibt auch schon wilde Schlüsselblumen. Die Zeit der Schneeglöckchen ist vorbei, auch bei den Winterlingen gibt es keine Blüten mehr. Die Natur hat die Zeit des Vorfrühlings ausfallen lassen, und die dicken Knospen lassen schon die Kirschblüte ahnen.


Wald- und Forstarbeit ist eine der gefährlichsten Arbeiten auf diesem Planeten, noch gefährlicher als F1-Rennfahren, und kein Vergleich mit Yachtsegeln. Dennoch zieht mich das schöne Frühlingswetter in den Wald, um die Winterschäden aufzuräumen.

Was noch vor kurzem so nach Katastrophe aussah, ist nun schon zur Hälfte abgeräumt. Ich kann mir das besonders gefährliche Fällen sparen, das Holz liegt schon. Mit der Kettensäge trenne ich die Seitenäste ab, und schneide den Stamm in Meterstücke auf. Die Stücke kann ich trotz ihres Gewichtes gerade noch in den Schubkarren wuchten und zum Haus fahren. Dort stehen der Spalter und die Wippsäge. Damit wird das Holz in handliche Stücke zerlegt, bereit für den Kachelofen, und kann aufgestapelt werden. Nach 2 Jahren Trockenzeit ist es bestes Feuerholz.


Dem deutschen Wald geht es schlecht. Ich sehe an meinem Nachbarwald, der eher ein Urwald ist, weil seit Jahrzehnten keine Pflegemaßnahmen durchgeführt wurden, daß die Bilanz in Bezug auf lebende Bäume deutlich negativ ist. Da liegen die Stämme kreuz und quer übereinander, etliche hängen gefährlich, aber die Zahl der noch stehenden Bäume ist geringer, als die der liegenden. Dabei kann man am Zustand der liegenden Stämme ablesen, daß sie erst in den letzten 10 Jahren gefallen sind, man könnte daher sagen, daß die Substanz an lebenden Bäumen in diesem Zeitraum um mehr als 50% abgenommen hat. Dabei fehlen jüngere Bäume, also mit 5-15cm Stammdurchmesser fast völlig. Das ist das Vollbild des Waldsterbens, es schert sich jedoch niemand darum, die Medien schweigen dazu.
In meinem Wald fällt das gar nicht auf, weil das gefallene Holz möglichst schnell entfernt wird, nur wenn man die Baumstümpfe gegen die noch stehenden Stämme aufzählt, kommt man zum gleichen Ergebnis.

Leer! Nix drin!
Eine kleine Buche, etwa 30cm hoch, nach 4 Jahren!

Vor ca. 4 Jahren hat die Stadt Schwabach mit dem Versuch, ihren Wald gewinnbringend zu bewirtschaften, einen "Vollernter" kommen lassen, der in erstaunlcher Geschwindigkeit einige Waldstücke in der weiteren Umgebung durchforstet hat. Vorschriftsgemäß hat man anschließend mit forstwirtschaftlich anerkannter Methode wieder aufgeforstet, indem man viele hundert Setzlinge gepflanzt hat, und jedem zu Schutz gegen Verbiß und zur Stütze ein weißes, halbtransparentes halbmannshohes Plastikrohr verpaßt hat.
Geht man jetzt durch diese Waldstücke, so kommt man sich vor, wie auf einem Soldatenfriedhof. Da stehen die Rohre in Reih und Glied, alle leer. Man muß lange suchen, bis man eines findet, in dem der Setzling noch lebt, und der ist bei weitem nicht etwa oben herausgewachsen, sondern kümmert in seinem Rohr vor sich hin, kann nicht leben und nicht sterben.
Dazu fällt mir ein, daß es einige gemeinnützige Institutionen gibt, die Spendengelder einsammeln mit dem Versprechen, mit anerkannten forstwirtschaftlichen Methoden Aufforstung zu betreiben, um der globalen Erwärmung Einhalt zu gebieten. Das ist alles legal, aber die gute Absicht verfehlt den Zweck, und die Spendengelder sind verschwendet, wenn sie kein besseres Ergebnis zustandebringt.

Ich habe mir nun schon vor Jahren ein Verfahren ausgedacht und es auch erprobt, das zu dramatisch besseren Ergebnissen führt, je nach Sorgfalt und Geschick bis zu 100% Erfolg. Ein Forstwirt wird das wahrscheinlich zunächst belächeln, wenn man aber den Langzeiterfolg betrachtet, wird das auch ein Forstwirt anders sehen. Gegeignet ist die Methode nicht nur für Grundstückseigentümer, die den eigenen Wald aufforsten wollen, sondern auch für naturbewußte Menschen ohne eigenen Grund und Boden. Diese Menschen können im Sinne von Guerilla Gardening vorgehen, der theoretische Unterbau kommt von Henry David Thoreau und nennt sich Civil Disobidience was zwar nicht legal, aber sehr legitim ist, und wir brauchen dringend sehr viel mehr davon.

Wenn man in der wärmeren Jahreszeit in der Natur spazierengeht, hat man immer eine (kleine) Plastiktüte dabei, in der sich auch ein Stück nasses Küchentuch befindet. Man wird nun erkennen, daß viele Sämlinge von großen Bäumen an Stellen aufgegangen sind, wo sie unmöglich weiterwachsen können, und ganz sicher verderben werden. Hat man so einen Sämling vor sich, wenn er gerade nach den Keimblättern das erste arttypische Blattpaar getrieben hat, an dem man ihn erkennt, so läßt er sich leicht mitsamt seinem kompletten Wurzelwerk aus dem Boden ziehen, und kann in der Plastiktüte verstaut werden.

Farbeimer mit Abzugsloch
Pflanzfertig, 1,5m hoch

Zuhause hat man einen Eimer vorbereitet. Man nimmt da einen, der sonst im gelben Sack oder im Recyclinghof landet, also etwa einen alten Farbeimer. Er sollte 10-20l Inhalt haben. Dem verpaßt man an der Seite (!, nicht unten!) ein 10mm Abzugsloch, sodaß innen das Wasser etwa 2 cm hoch stehen kann. Da hinein pflanzt man den Sämling, und stellt das Ganze an einen Ort, wo der Regen ohne Einschränkung hinkommt, aber die Sonne niemals direkt hinscheint, also z.B. die Nordseite eines Hauses. Man sollte auch im Falle außergewöhnlicher Trockenheit einfachen Zutritt haben, um zu gießen, bei normalen Wetterbedingungen kann man sich das sparen, es ist wartungsfrei.
Von Zeit zu Zeit, mindestens einmal/Jahr, kürzt man die Seitentriebe, so daß der junge Baum möglichst schnell an Höhe gewinnt ohne soviel Blattmasse zu entwickeln, daß das Volumen des Eimers überfordert wäre. So nach ca. 3- 4 Jahren kann der Baum ausgewildert werden. Hierfür sucht man sich eine Stelle, an der der Baum auch Jahrzehnte stehen kann, ohne jemanden zu stören und wo er vorteilhafte Bedingungen für weiteres Wachstum finden kann, viel Licht und wenig Konkurrenz. Die beste Jahreszeit ist Ende November/Anfang Dezember, bevor der Boden gefroren ist. Man besorgt sich auch einen Pfahl und eine Schnur zum Anbinden. Das Pflanzloch hebt man paßgenau zur Eimergröße aus, holt den Setzling aus dem Eimer, ohne den Wurzelballen zu zerlegen, und pflanzt ihn da hinein. Den Aushub verteilt man rund um das Pflanzloch als Ringwall. Den Pfahl schlägt man ein Stück neben dem Pflanzloch schräg in den Boden, so daß er den Stamm kreuzt, und bindet das da zusammen. Gegen Wildverbiß häuft man dürre, möglichst dornige Zweige um den Setzling an. Damit hat man eigentlich alles getan. Ist der folgende Sommer sehr trocken, kann man nochmal gießen, es schadet nicht, sollte aber nicht nötig sein. Insgesamt wird man vielleicht eine Stunde auf diese Aktion verwenden, für ein Lebewesen, das über 100 Jahre alt werden soll, ist das nicht zuviel!


Wir haben ja aktuell in Deutschland mit rechtsradikalen Tendenzen und vor allem deren Auswüchsen zu kämpfen. Wie tief das in der deutschen Volksseele verankert ist, und an welchen Zeichen man das erkennen kann, möchte ich mit einem scheinbar nebensächlichen Erlebnis illustrieren:

Nach meiner Rückkehr vom Entwicklungsdienst, schon mit der Verantwortung für eine damals noch kleine Familie, sah ich mich gezwungen, auch in wrtschaftlicher Hinsicht konkrete Zukunftspläne ins Auge zu fassen. Mein ursprüngliches Ziel, zu studieren, war durch die unsäglichen Hürden des Numerus Clausus in diffuse Ferne gerückt, und der Arbeitsmarkt ließ keine große Auswahl zu. Meine für den Entwicklungsdienst so wunderbar passende Qualifikation brachte mir hier gar keine Vorteile, wenn nicht sogar Nachteile, und ich ließ mich breitschlagen, bei einem hiesigen Rüstungskonzern ziemlich unten in der Hierarchie eine Arbeitsstelle anzutreten. Ich landete zunächst in einer Abteilung, die verschiedenste Reparaturarbeiten durchführte, wie z.B. am Innenleben des Steuerknüppels vom Starfighter, aber auch die Notbeleuchtungsmodule für den damals ganz neuen Airbus. Die Abteilung war zum größten Teil mit jungen Männern meines Alters besetzt, zwar hatten sie alle ihre Bundeswehrzeit abgeleistet, aber wie ich eine junge Familie zu versorgen. Mit meinem unmilitärischen Hintergrund war ich der Exot, aber dennoch sozial akzeptiert. Somit ist mir zunächst gar nichts aufgefallen.

War bis 1918 die Reichskriegsflagge, mit Hakenkreuz statt Adler von 1933-1945 die Kriegsflagge des 3.Reiches

Es gab in dieser Firma auch eine Werkskantine, wo man sich ein kostenloses Mittagessen holen konnte, was ich selbstverständlich in Anspruch genommen habe. Nach dem Signal der Werkssirene begab man sich über den Hof zur Kantine, und da stand hinter einer Theke eine Phalanx von einem halben Dutzend älterer Damen, vor sich ihre großen Töpfe und Pfannen, adrett zurechtgemacht mit Hygienekleidung und Häubchen, bewaffnet mit Kellen, großen Löffeln und Zangen. Man versah sich mit Teller und Tablett, und stellte sich in die Reihe, die an dieser Damenriege entlang langsam vorrückte. Heute gab es ein Nudelgericht mit wahlweise Tomatensauce oder Sauce Hollandaise. Ich hatte schon eine Portion Nudeln auf meinem Teller, als ich zur Saucenstation kam. Die freundliche Dame sagte nicht etwa "weiß oder rot?", sondern "schwarz, weiß rot?"


Heute Nacht hat eine Wetterkapriole für eine wahrscheinlich lokale Waldkatastrophe gesorgt. Es war prinzipiell schon im Wetterbericht angekündigt, aber das Ausmaß der Wirkung hat mich doch überrascht. Erst fiel beginnend gestern Nachmittag schwerer, nasser Schnee, der sich bis nahezu 10cm aufhäufte, und offenbar durch seine Konsistenz auch in den Baumkronen hängen blieb. Und dazu spät nachts etliche Windboen, nicht wirklich so stark, aber aus einer ungewöhnlichen Richtung, dem Wetterbericht nach eine reine Westströmung, während wir es hier üblicherweise mehr mit Nordwestlichen Richtungen zu tun haben.

Auch in meinem Wald wurden zwei große Bäume beschädigt, sie sind nicht etwa gefallen, sondern es sind die Kronen komplett abgebrochen. Damit sind die beiden Bäume futsch. Auch sonst sind einige richtig dicke Äste heruntergekommen, ob die betreffenden Bäume diese Amputation schadlos wegstecken, muß sich erst zeigen.
Dieser Schaden ist in diesem Ausmaß nur möglich, weil die lange Trockenheit der vergangenen Sommer den Wald vorgeschädigt hat. Auch ohne diesen Windbruch wären diese Baume nach und nach eingegangen, halt nur still und leise, ohne plötzliche Katastrophe.
Jetzt warte ich nur noch, bis der Schnee ganz weg ist, dann geht die Waldarbeit mit dem Abräumen der Reste los.


Es ist immer noch Februar, der Fasching ist vorbei, und die Natur kommt jeden Tag mehr aus den Startlöchern heraus. Auch ein Kälteeinbruch mit Schneetreiben ändert nichts daran. An ihrem Gesang kann ich erkennen, daß die Finken wieder da sind, es gibt wieder eine Amsel, die das verwaiste Revier gleich übernommen hat und fleißig singt. Selbst eine Ringeltaube ist dabei, sich hier häuslich einzurichten. Und, oh Wunder, mehrere Nachtigallen sind auch schon zugange. Speziell diese in der Literatur so hochgelobten Vögel sind nicht leicht zu identifizieren. Ich habe selbst lange gebraucht, bis ich sie erkannt habe. Ich bin ja insofern vorbelastet, als ich die Stimmen vieler tropischer Vögel aus eigener Anhörung kenne, und war etwas überrascht, in meinem Garten einen Ton zu hören, den ich von woanders her zu kennen glaubte.
Nun gibt es das Phänomen schon länger, daß ermöglicht durch die globale Erwärmung sich hier nie gesehene Vogelarten aus Afrika ansiedeln, und ich habe mich bemüht, den Ursprung dieses Tones auch zu Gesicht zu bekommen. Während der Sänger bisher nur gut getarnt durch das dichte Geäst einer großen Eiche zu hören war, tat er mir eines Tages den Gefallen und setzte sich in die alte Fernsehantenne, wo ich ihn ausgiebig im Fernglas betrachten konnte. Gleichzeitig gab er die ganze Palette seines Gesangs zum Besten, die ich dadurch akustisch diesem einen Vogel zuordnen konnte.
Es war wie das Öffnen einer Schleuse, viele Töne, denen ich bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte klärten sich, bei denen ich als Quelle andere Vogelarten vermutet hatte. Das alles als Nachtigallengesang zu identifizieren war nun kein Problem mehr. Im Netz, speziell in Youtube, bekommt man auf Anfrage viele Nachtigallen präsentiert, aus vielen Ländern, England genauso wie Rußland oder Deutschland, in Bild und Ton.
Zwar gibt es beim Gesang der Nachtigallen offenbar große regionale Unterschiede, aber zumindest die hiesigen werden ihrem Ruf nach der Literatur nicht gerecht. Eine Amsel singt 3 Nummern schöner, ausgiebiger, variantenreicher. Shakespeare hat offenbar nie persönlich den Unterschied zwischen Amseln und Nachtigallen kennengelernt, vielleicht hat einfach nur der Name besser in sein Versmaß gepaßt.
Ich habe nun auch versucht, eine Ordnung als Identifizierungshilfe in dem Geang der Nachtigal zu erkennen. Sie singt Strophenweise mit großer Variabilität. So eine Strophe beginnt mit einer Tonfolge, die aus einem einzelnen Ton, aber auch bis zu 4 Einzeltönen bestehen kann. Diese Tonfolge wird ganz minutiös exakt wiederholt, entweder kommt sie ein einziges Mal, es können aber auch bis zu 4 Wiederholungen sein. Dann kommt eine Pause, die der Vogel wohl nutzt, um durchzuatmen und seinen Konkurrenten zu lauschen. Dann kommt wieder eine Strophe, die zwar ähnliche oder gleiche Einzeltöne enthalten kann, wie die vorherige, aber in ihrer Zusammensetzung einzigartig ist, und wieder in genau der gleichen Weise wiederholt wird. Am häufigsten kommt ein flötenartiger eher kurzer Ton vor, der auch mal als Einzelton ohne Wiederholung gebraucht wird. Ansonsten gibt es viele Trillertöne bis hin zu unmelodischem Knarren oder Krächzen, etwas, was sich eine Amsel niemals erlauben würde.
Während man einen Finkenschlag durchaus beim erst-und einmaligen Hören erkennen kann, braucht man erheblich länger, um eine Nachtigal zu identifizieren. Erstmal muß man seine Schallortung so im Griff haben, daß man den anvisierten Gesang wirklich einem und nur einem Vogel zuordnen kann, dann muß man länger zuhören, um die Organisation in Strophen und Töne zu erkennen. Erst dann kann man sich sicher sein, was man da gehört hat.


Es ist immer noch Februar, und schon wieder frühlingshaft warm. Das Dutzend Vögel ist weniger an der Futterstelle interessiert, ist aber hier in der Umgebung mit hörbarem Balzen beschäftigt, das gibt Hoffnung, aber es sind halt nur wenige. Die einsame Amsel, die nie an die Futterstelle kam, habe ich nun tot im Wald gefunden, es ist besonders schade, weil es die einzige weit und breit war. Ich nehme an, auch bei Amseln gibt es natürliche Todesursachen, aber so ein Garten am Wald ganz ohne Amseln ist schon befremdlich! Ein Eichhörnchen lebt offenbar direkt hier am Haus, ich habe es schon mehrfach beobachtet, es nimmt erst Notiz von mir, wenn ich näher als 5m herankomme. Auch dieses Tier kommt nicht an die Futterstelle, auch Nüsse, die ich ihm extra hinlege, nimmt es nicht an. Weil ich beobachtet habe, daß es von einem überständigen Apfel gefressen hatte, habe ich einen extra hingehängt, ohne Erfolg.


Inzwischen ist auch der erste Frühjahrssturm Geschichte, er war in den Medien groß angekündigt, die Bundesbahn hat ihren Fernverkehr gestoppt, der Flugverkehr wurde eingestellt, und die Stadt Schwabach hat ihren Stadtpark gesperrt. Dennoch war es weit weniger schlimm als erwartet. Für mich schlimmer waren die darauf folgenden kalten Tage mit auch tagsüber Frost, was bei meiner angespannten Heizmaterialsituation Sehnsucht nach der Wärme in Griechenland hervorgerufen hat.

Ob auch diesmal in meinem Nachbarwald Bäume gefallen sind, kann ich nicht sagen. Da liegen inzwischen mehr Stämme als noch stehen, und es ist gefährlich, sich darin zu bewegen. Die Gefahr beschränkt sich nicht auf den Wald selbst, sondern betrifft auch die öffentliche Zufahrtstr. zu meiner Mühle. Da wird mir jedesmal mulmig, wenn ich da dran vorbeiradle!


Der Jahreswechsel ist nun durch und erwartungsgemäß gab es nun ein paar frostigere Tage, auch untertags Dauerfrost, aber so richtig kalt, wie man es für einen ordentlichen Winter erwartet, wurde es nicht.

Vor allem kein Krümel Schnee. Dadurch konnte ich wirklich alles Bruchholz, das in meinem Wald herumlag, problemlos einsammeln und dem Kachelofen zuführen. Leider ist das nicht wirklich trocken, und die Heizwirkung läßt zu wünschen übrig. Wie bestellt, hat mir die globale Erwärmung in der zweiten Januarhälfte ein paar richtig frühlingshafte Tage beschert, und die Natur hat prompt darauf reagiert, die Haselbüsche hängen ihre Würstchen raus und die Winterlinge blühen schon, und das zur kalendarisch kältesten Zeit des Jahres!


Dank der globalen Erwärmung ist es zwar lange nicht so kalt wie in den vergangenen Jahren aber schon vor dem Jahreswechsel gab es einige Nächte mit knackigem Frost. Nachdem ich hier etwas außerhalb der Stadt bin, schlägt das voll durch und ich muß meinen Kachelofen mehrere Male in der Nacht nachfüttern, wenn ich nicht frieren will. Weil das ursprünglich nicht als Hauptheizquelle gedacht war, schluckt dieser Ofen ziemliche Mengen an Holz, und bereits jetzt wird das Ende des Vorrats absehbar. Vielleicht bin ich empfindlcher geworden, aber was Kälte betrifft, habe ich schon einiges erlebt, paradoxerweise das kälteste Erlebnis in den Tropen.

Als Entwicklungshelfer und Mitglied des Deutschen Entwicklungsdienstes hat man einen Sonderstatus im Gastland, und man hängt auch ziemlich eng an der Deutschen Botschaft des Landes.
Da hat nun die Lufthansa eine neue Fluglinie von Frankfurt über Kingston nach Lima eröffnet, und sie wollten ihren Flieger, einen Jumbo, auch für den ersten Flug vollbekommen. Passend für meine Urlaubszeit im Sommer kam aus der Botschaft die frohe Kunde, jeder Entwicklungshelfer bekäme von der Lufthansa ein Ticket nach Lima (mit Rückflug) geschenkt. Ich habe das natürlich gerne in Anspruch genommen, und als ich im Lufthansabüro ein zweites Ticket für meine Ehefrau hinzukaufen wollte, bekam ich auch dieses noch gratis dazu. Wir haben uns natürlich mit dem DED-Büro in Lima verständigt, und wurden schon erwartet, als wir dort ankamen. Weil es Freitag war, habe ich in der Wechselstube am Flughafen erstmal nur etwa 50 J$ in Soles umgetauscht, und wollte wegen des besseren Kurses erst am nächsten Montag in der Bank mehr Bargeld eintauschen. Im DED-Büro war man nicht untätig gewesen, und hatte für uns eine ganze Sight-Seeing-Reise durch Peru und Equador organisiert, und weil dieses Programm die verfügbare Zeit lückenlos ausfüllte, mußte es gleich am nächsten Morgen losgehen, eine Busreise nach Puno am Titicacasee war der erste Punkt auf der Liste. Lima ist eine tropische Stadt, wir kamen aus einem tropischen Land, so ist mir zunächst nichts aufgefallen, allenfalls war es etwas kühler als gewohnt, weil Lima auf der Südhalbkugel liegt, es daher Südwinter war. Wenn man sich längere Zeit in den Tropen aufhält, gibt es keinen Bedarf an warmer Kleidung, man denkt nicht mehr daran, und besitzt auch bald so etwas nicht mehr. Wir wurden also zum Busbahnhof gekarrt, und mit dem Bezahlen der beiden Bustickets waren meine Soles ziemlich aufgebraucht, für die zwei Tage Lebensmittel reichte es bei einer gewissen Genügsamkeit noch. Als es dann ans Einsteigen in den Bus ging, kamen mir jedoch schon Bedenken, denn die anderen Fahrgäste hatten jeder eine Decke dabei. Es gab auch einen fliegenden Händler, der solche Decken anbot, aber dafür reichte mein Geld nicht mehr. Zunächst ging es an der Küste entlang auf der Panamericana nach Süden, den ganzen Tag und die folgende Nacht lang, über 1000km weit. An der Abzweigung nach Arequipa machte der Bus halt, und die zusteigenden Passagiere hatten jeder 2 Decken dabei, und wir saßen mit dünnem Hemd passend für die Tropen im ungeheizten Bus. Es ging nun schnell die Berge hinauf, und es wurde nicht nur kühler, sondern richtig kalt. Ich weiß nicht mehr, wie hoch die Paßstraße ging, aber Arequipa liegt gut über 2000m hoch. Wir haben alles, was wir an Kleidung dabeihatten, übereinander angezogen, und auch die Handtücher genutzt. Als ich sah, daß die meisten Zusteigenden in Arequipa 3 Decken mitbrachten, wurde mir schon anders. Für die nächste Etappe ging es richtig in die Höhe, ich schätze der Paß hatte an die 5000m Scheitelhöhe. An den Fenstern des Busses bildeten sich innen Eisblumen. Ich schaute mir das erschreckt-versonnen an, und kratzte auch ein wenig mit dem Fingernagel dran, da sagte der Nachbar in der Sitzreihe hinter mir mitleidig:"Es Hielo". Er dachte wohl, daß ich zum erstenmal im Leben sowas gesehen hätte, kein Wunder bei meiner unangepaßten Kleidung!


Bei meiner Planung für den nächsten Reiseabschnitt habe ich ein gebrauchtes Buch von Rod Heikell recht preiswert ergattert: Küstenhandbuch Italien. Rod Heikell gilt in Seglerkreisen als der Handbuchpapst, und seine Werke sind entsprechend teuer, nur medizinische Handbücher kosten noch mehr. Da war ich ziemlich glücklich, dieses Buch in die Hand zu bekommen, und darin nachzulesen, was über die nächsten Küstenabschnitte meiner Reise darinsteht. Ich war ziemlich enttäuscht, das Ergebnis war mager und wenig gehaltvoll, was ich wissen wollte stand eher nicht drin. Zwar hat man mir zu verstehen gegeben, das läge nicht an Rod Heikell, sondern diese Küste ist für Segler tatsächlich wenig erstrebenswert, und ich wäre nur von der Ägäis verwöhnt. Ich hatte mich nun darauf eingestellt, entgegen meinen bisherigen Erfahrungen doch wieder mindestens bis Messina in einem Rutsch durchzufahren, eine Strecke von ca. 250 Seemeilen, mindestens 3 Tage ununterbrochenes Segeln, was mir wieder einen gewissen Schlafmangel bescheren würde.
Nun habe ich ein weiteres Handbuch von Rod Heikell gebraucht erworben, Ionian, diesmal in der Originalsprache English. Schon das Aufsuchen der Teile des Ionischen Meeres, die ich bereits kenne, hat mich mit dem Autor wieder versöhnt, es steht wirklich alles Wichtige und auch noch einiges weniger Wichtige drin, so wie man es von einem Handbuch für Segler erwartet. Nicht überall wo Rod Heikell draufsteht, ist auch Rod Heikell drin! Ich hatte schon geahnt, daß die Ionischen Inseln ein Seglerparadies sind, aber nach dieser Lektüre kann ich das nördliche Ionische Meer und insbesondere die Insel Corfu nicht aussparen. Ich werde daher zu meinem ursprünglichen Plan zurückkehren, erstmal nach Norden fahren, und die Straße von Otranto an der schmalsten Stelle überqueren, was in einem Tag möglich sein sollte. Mit der Italienischen Südküste werde ich trotz ihrer vorhergesagten unwirtlichkeit schon irgendwie zurechtkommen!


Wie vom Wetterbericht angekündigt, ist heute eine Böenwalze durchgezogen, es war von 10-12 Windstärken die Rede und es hat die Bäume entsprechend durchgeschüttelt. Am Boden spürt man nur einen kleinen Bruchteil dieses Windes, aber in den Baumkronen geht es wild zu. Ich gebe zu, ganz im Gegensatz zu meinen Erlebnissen auf dem Meer war mir durchaus mulmig zumute. Ich habe zwar schon in den Jahren vorher alle Baume, die gefährlich über das Haus hingen rechtzeitig entfernt, aber in dem Nachbarwaldstück, wo all die Jahre niemand durchgeforstet hatte, war mehrmals das Krachen fallender großer Bäume zu hören. Da lagen ja schon vorher die Stämme kreuz und quer, nun sind noch ein paar dazugekommen.
In meinem Wald ist kein Baum gefallen, ich hatte bereits schon zur Gewinnung von Heizmaterial alle beschädigten oder kranken Bäume herausgenommen, aber es fielen zum Teil sehr dicke Äste von oben. Da habe ich lieber darauf verzichtet, gleich in den Wald zu gehen, das ist erst gefahrlos möglich, wenn der Wind durch ist.


Nach etlichen weiteren Tagen hat sich die Situation an der Futterstelle auf niedrigem Niveau stabilisiert: Das halbe Dutzend Kohlmeisen hat sich mit zwei Kleibern zusammengetan, dazu eine Blaumeise, und erstaunlicherweise eine Tannenmeise. Diese Vogelbande tritt immer gemeinsam auf, kommt und geht gemeinsam. Meist kommen sie 2 Mal am Tag, bleiben eine Viertelstunde bis sich alle sattgefressen haben, und weg sind sie. Es gibt auch Tage, an denen sie nicht kommen. Das wäre früher undenkbar gewesen, es wäre permanenter Betrieb an der Futterstelle gewesen, erst wenn alles vertilgt ist, wären sie weggeblieben.
Im Wald sehe ich gelegentlich eine einsame Amsel, sie kommt aber niemals an die Futterstelle. Da scheint eine Rückentwicklung vor sich zu gehen, wie in Brehm's Tierleben beschrieben, wird die Amsel wieder zum "scheuen Waldvogel".
Natürlich halte ich die Augen offen, wenn ich in der Stadt unterwegs bin, und vor allem in den Vierteln mit Einzelhäusern und Gärten scheint sich weniger verändert zu haben, man sieht und hört Vögel, wenn auch nach meiner Ansicht weniger als früher. Dadurch wird sich die Erkenntnis, daß da was getan werden muß, nicht so leicht durchsetzen, als wenn man den stillen Wald vor Augen und Ohren hat.


Jetzt, nach 5 weiteren Tagen haben sich doch etwa ein halbes Dutzend Kohlmeisen für das Futterhäuschen interessiert, sie kommen in Abständen von mehreren Stunden, naschen ein wenig von dem Futter und sind schnell wieder weg. Vor allem die Kleiber, die vorher die Mehrheit der Besucher stellten, sind komplett verschwunden, keine Amseln, keine Finken. Die vorherige Artenvielfalt ist auf genau eine Art geschrumpft, und die Gesamtzahl auf vielleicht 1% der vorherigen Jahre. Das sind absolut traurige Aussichten!

Die Insekten mit ihrer schnellen Reproduktionsrate und der dadurch bedingten Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Gifte werden wohl den Schwund bald aufholen, und weil die Vögel den Rückstand nicht ebenso schnell wettmachen können, werden wir vermutlich bei einigen Insektenarten in den nächsten Jahren eine überbordende Vermehrung erleben, was einen Ruf nach noch mehr Gift auslösen wird. Es wird spannend werden, ob wir bzw. unsere Politiker diesem Ruf widerstehen können, und es im Gegenteil schaffen, die Gifte zu verbannen.
Nautisch bzw. militärisch ausgedrückt, ist das, was wir jetzt sehen, ein Schuß vor den Bug. Wenn wir nicht sofort stoppen, wird die Kanonade mit gezielten Schüssen und großen Kalibern beginnen! Ob wir das auch so schadlos überleben können, wage ich zu bezweifeln, denn die Natur hat in jedem Fall den längeren Atem und die schwereren Geschütze.


Es gibt nun schon häufige Nachtfröste, und weil der Winter in großen Schritten naht, habe ich wie in früheren Jahren ein Futterhäuschen für die Kleinvögel mit Mischfutter bestückt und am gewohnten Ort aufgestellt. Erwartet hätte ich, daß die Vogelwelt das in kürzester Frist in Besitz nimmt, und nach spätestens einem Tag alles vertilgt hätte. Wirklich erstaunt oder besser erschrocken war ich, als selbst nach drei Tagen nicht ein einziger Vogel an dem Futterhäuschen war, es blieb gänzlich unberührt. Früher waren da viele Vögel, meist Blau- und Kohlmeisen, Kleiber, Amseln, diverse Finken, Rotkelchen und manche mehr. Davon ist nichts geblieben. Auch wenn man sich umschaut sieht und hört man keine Vögel mehr. Natürlich habe ich von dem Insektenschwund gehört, aber daß es so schnell und vollständig auf die Vogelwelt durchschlägt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Nun ist mein Standort eine Mischgegend, zwar direkt am Wald, aber stadtnah mit vielen Wiesen und wenig direkte Landwirtschaft, eigentlich ein Vogelparadies. Nun ist alles tot. So deutlich habe ich das nicht erwartet. Da hat man durch den übermäßigen Gebrauch von Herbiziden und Insektiziden einen Zustand erreicht, dem man nur noch mit radikalen Maßnahmen Herr werden kann. Es ist an der Zeit sämtliche bioziden Substanzen vollständig aus unserer Umwelt zu verbannen, kein Freizeitgärtner, kein Landwirt sollte mehr etwas derartiges anwenden. Daß es nicht ohne ginge, ist ein Märchen, längst ist bewiesen daß man vollständig auf diese Substanzen verzichten kann, ohne daß jemand darunter leiden müßte. Man muß einfach nur seinen Grips statt Chemie einsetzen!


Bei meinen Recherchen zu den zukünftig zu befahrenden Seegebieten bin ich auf den Bericht in Wikipedia zu MH370 gestoßen. Ich habe das (zum wiederholten Mal) komplett durchgelesen, und bin da auf eine Quelle gestoßen, die mich aus vielen Gründen besonders interessiert hat. Es handelt sich dabei um einen Bericht von einem britischen Seglerehepaar, die mit ihrer Segelyacht im Indischen Ozean in West-Östlicher Richtung auf Banda Aceh unterwegs waren.
Wie ein Schlag getroffen hat mich die scheinbar nebensächliche Bemerkung:“We hadn’t spoken for about a week,”. Da war auch zur visuellen Verdeutlichung ein Kartenausschnitt mit eingezeichnetem Track angegeben, man sah, daß sie nur durch Kreuzen ihrem Ziel näher kommen konnten. Abgesehen davon, daß diese Kommunikationsverweigerung einen Psychoterror der schlimmeren Art darstellt, es wird dadurch auch die Sicherheit der Reise sehr in Frage gestellt. Wie kann sich der Skipper unter diesen Bedingungen unter Deck schlafen legen? Wie bekommt man unter diesen Bedingungen die wiederkehrenden Wendemanöver hin? Ganz gleich, von wem dieser Terror ausgeht (ich habe die Dame unter dringendem Verdacht), der Skipper ist und bleibt verantwortlich. Er dürfte sich meiner Meinung nach nicht zurückziehen, und müßte notfalls das Schiff wg. der fehlenden Kommunikation in Einhandmanier weiter führen. Und eine Segelyacht auf dem Ozean ist ein absolut ungeeigneter Ort für solche Machtspielchen, es kommt einem Mordversuch gleich.
Man sieht an diesem Beispiel auch, wie kritisch die Auswahl der Mitsegler ist. Wenn so eine Reise was werden soll, muß man darauf ein ganz besonderes Augenmerk richten. Auch wenn es nicht zu tätlichen Angriffen kommt (auch das wurde schon berichtet, bis hin zum blutigem Mord), es gibt viele Möglichkeiten, so eine Reise zur Hölle zu machen.

Wenn man über längere Strecken und längere Zeit wirklich ganz alleine ist, neigt man zu Halluzinationen, gesteigert noch, wenn man übermüdet ist. Das habe ich vielen Reiseberichten entnommen und trotzdem ich mich für einen sehr nüchternen Menschen halte, auch am eigenen Leib erlebt. Die Seglerin mit dem obigen Bericht ist sich offenbar auch dieses Effektes bewußt. Will man in dieser Situation noch sicher fahren, muß man die eigenen Beobachtungen doppelt und dreifach überprüfen, bevor man darauf reagiert und bei der Schiffsführung darauf eingeht. Wenn man auf diese Weise über viele Stunden allein im Cockpit sitzt, abgesehen von dem eigenen Schiff mit seinen wohlbekannten Strukturen nur leeren Himmel und Wasser sieht, wird jedes darüberhinausgehende Ereignis zur Attraktion. Dadurch wird jedes vorüberziehende Flugzeug genau inspiziert, und weil das öfter vorkommt, werden Unregelmäßigkeiten sehr auffällig.
Eben deshalb halte ich die im Report geschilderten Beoachtungen der Seglerin für besonders glaubwürdig, ich hätte mich in so einer Situation vermutlich ebenso verhalten, eben KEIN Mayday gerufen. Ich bin sehr verwundert, daß man bei der Unfallforschung von MH370 auf diese Beobachtung eines Brandes und reduzierter Flughöhe so gar nicht eingegangen ist, immerhin findet sie bei Wikipedia Erwähnung. Irgendwann werden sie den unglücklichen Flieger finden, und dann wissen wir mehr!


8.10.19

Nachdem es die ganze Woche geregnet hatte, habe ich nun heute vormittag in einer Regenpause begonnen, meine eingetopfte Baumsammlung zu sichten, und die Ergebnisse meiner vorherigen Pflanzaktionen zu begutachten. Das Ergebnis zeigte sich als absolut traurig. Ich habe selbst schon vor Jahren begonnen, es etwas zu vernachlässigen, weil ich durch das Schiff sehr in Anspruch genommen war, jetzt aber, vor allem durch die Trockenheit der beiden letzten Sommer sind ca. 90% der Bäume eingegangen und vertrocknet. Ich habe nun angefangen, wenigstens den Rest noch zu pflanzen, weil die Jahreszeit gerade paßt. Dabei mußte ich feststellen, daß zumindest in meinem Wald trotz des vielen Regens gerade mal die obersten 2cm der Humusschicht durchfeuchtet sind, darunter alles knochentrocken. Das bedeutet nicht nur höchste Waldbrandgefahr, sondern auch bedrohlichen Wassermangel für alle Gewächse, die keinen Anschluß an das Grundwasser haben. Das betrifft vor allem Sämlinge der großen Bäume, also Buchen und Eichen, aus denen sich die Regeneration des Waldes speist. Da ist offenbar alles eingegangen, was weniger als 5cm Stammdurchmesser hat. Den Nachwuchs der Kiefern fressen die Rehe sowieso komplett ab, so entwickelt sich mein Wald zu einem Hochwald mit ausschließlich dicken, hohen Stämmen ohne jeden Unterwuchs. Und auch die dicken Bäume leiden, nicht nur unter der Trockenheit, sondern auch Borkenkäfer & Co schlagen zu, sodaß immer wieder mal einer eingeht und herausgenommen werden muß. Traurige Aussichten! Da helfen auch meine Pflanzaktionen nicht wirklich weiter. Ich könnte noch anfangen, den Wald zu bewässern, das löst aber das grundsätzliche Problem nicht. Wenn da nicht bald eine längere Periode von nassen Jahren kommt, werden wir in DE das nächste Waldsterben haben!


5.10.19

Langsam lebe ich mich wieder ein, und habe auch die ersten Einkaufstouren per Fahrrad hinter mir. Im Gegensatz selbst zu Vonitsa oder Preveza habe ich hier in kleiner Entfernung die ganze Skala der Discounter, also Aldinettolidlnorma zur Verfügung, sowie insgesamt 4 Baumärkte, alles was ich für den Materialnachschub brauche, alles in weniger als 3km Entfernung. Da wird der Unterschied im Wirtschaftspotential zu den Ländern. die ich bereist habe klar und deutlich. All meine Kenntnisse und Fertigkeiten sind für die Katz, wenn der Materialnachschub stockt. Dazu kommt noch der Zugriff auf internationale Ressourcen per Internet, über den wirklich alles Erdenkliche erreichbar ist, durch die zuverlässigen Post- und Paketdienste in DE vielfach ausprobiert und genutzt. Als Konsequenz für die Entwicklungshilfe innerhalb der EU bedeutet das, die bisherige Praxis der Subventionen ist kontraproduktiv. Nicht nur Berufsbildende Schulen, auch Verbesserung der Infrastruktur in Handel und Postdiensten, und nicht zuletzt des Internets wäre der richtige Weg.


3.10.19

Obgleich ich nicht mal ein ganzes Jahr weg war, hat sich doch erstaunlich viel geändert. Es sind etliche Häuser neu entstanden, überhaupt gibt es einige Baustellen, wo vorher leere Grundstücke waren, der niedrige Zins machts möglich. Ich habe mich auch offenbar so stark verändert, daß mich bisher niemand auf der Straße erkannt hat, das war noch vor einem Jahr unmöglich. Durch die andere Gesellschaft, in der ich mich die letzten Monate bewegt habe, hat sich wohl auch mein Blick für andere Menschen geschärft. Segler, ganz gleich aus welcher Nation und welchen Alters, sind offene Menschen, gehen auf andere Menschen leichter zu, gehen auch körperlichen Anstrengungen nicht aus dem Wege, und sind generell in einem viel besseren Zustand. Es ist geradezu erschreckend, wie hoch der Prozentsatz an Menschen in SC ist, die durch eigenes Zutun, vor allem Übergewicht und Mißbrauch von Genußmitteln in einer sehr schlechten Verfassung sind. Natürlich kann man sagen, die Betreffenden gehen sicher nicht Segeln, aber man kann auch ohne Segeln für einen besseren Gesundheitszustand sorgen. Da wird deutlich, daß meine "Verrücktheit" so abwegig nicht ist, und die "moderne" Lebensweise was von einem verkappten Selbstmord an sich hat. Vielleicht ist das der Kern aller unserer Probleme, der großen wie der kleinen, daß wir zu bequem sind, und die Segnungen der Zivilisation zu leichtfertig in Anspruch nehmen. Wir sollten uns alle etwas mehr "Verrücktheit" gönnen!


1.10.19

Der Flug verlief eher unspektakulär, es gab auf den vor den Sitzen installierten Bildschirmen Hinweise auf den aktuellen Standort, Flughöhe, Geschwindigkeit etc, aber auf eine für das unbedarfte Publikum geeignete Weise, ich hätte viel lieber eine Kopie des tatsächlichen Navigationsbildschirmes gesehen, wäre technisch viel einfacher gewesen. Bei der Landung setzte der Flieger für meine Begriffe sehr hart auf, wenn ich mit dem Schiff genauso an den Kai gefahren wäre, hätte es trotz Fendern mindestens Schrammen wenn nicht Bruch gegeben. Wieder im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen hat niemand geklatscht, vielleicht war die harte Landung auch keinen Applaus wert.
Das Gepäck wird wohl nach dem FI/FO-Verfahren (*) zurückgegeben, so war mein Koffer als erster auf dem Band.
Am Arrival-Ausgang blieb ich erstmal stehen, um mich nach der S-Bahn zu orientieren, mit der ich nach Mchn- HBF fahren wollte. Da fiel mein Blick auf Richards breites Lächeln, diese Überraschung ist ihm gelungen! Er ist extra um mich abzuholen mit dem Auto herangefahren! Das erste mal in meinem bisherigen Leben, daß jemand nur für mich unbestellt diesen Aufwand treibt!
Das Wetter kalt, trübe, regnerisch, welch ein Kontrast! Die Begrüßung in SC sehr herzlich, alle Beteiligten uneingeschränkt erfreut! In der Mühle allerdings nur Baustelle, nichts geht. Da muß ich erstmal einiges tun, um zu überleben.

(*)FI/FO eine Bezeichnung aus der Computerei: First In/First out: ein Verfahren, Daten in den Speicher ein- und wieder auszulesen. (Im Gegensatz zum biblischen Verfahren: Die Ersten werden die Letzten sein.(FI/LO))


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